Wort zum Sonntag vom 28.05.2016


Der Wonnemonat geht zu Ende!

Foto: M. Kirchner
Foto: M. Kirchner

 Liebe Leserin, lieber Leser,

 

was hat er nicht alles zu bieten gehabt, der Wonnemonat Mai: Von Bodenfrost und Schnee in den Höhen über Regen und Graupel bis zu sommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein. Man könnte sagen: Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt.

 

Dabei steht der Monat Mai eigentlich ganz im Zeichen der Liebe. Liebe zwischen Partnern ebenso wie die Liebe zwischen Eltern und Kindern und, mit Blick auf den heutigen Predigttext, auch die Liebe zwischen Gott und den Menschen. Lasst uns lieben, denn Gott hat uns zuerst geliebt, so heißt es im 1. Brief des Johannes. Der Autor dieses Briefes meint damit aber nicht nur unsere Liebe zu unserem Partner, den Kindern und Eltern oder zu Gott. Er meint die Liebe zu allen Menschen, die uns umgeben. Doch wie schwer ist das, ja wie unmöglich erscheint das.

 

Wir sind häufig darauf getrimmt, unser eigenes Wohlergehen in den Vordergrund zu stellen. Dabei kommen manchmal auch andere zu Schaden, werden abgewiesen, ausgewiesen, systematisch an den Rand gedrückt. Ob wir über Flüchtlinge reden, über Langzeitarbeitslose, Dauerkranke oder Radikale in allen Formen und Farben ist dabei egal. Wir schieben zur Seite, was nicht in unser Bild passt. Um im Bild unseres Textes zu bleiben: Wir lieben beispielsweise Gott und hassen unsere Brüder.

 

Das erinnert irgendwie an den diesjährigen Mai: Er bot Wetter zum Wohlfühlen ebenso wie Unangenehmes für Bauern, Gärtner und andere, die draußen tätig sind. Ganz schlimm dabei ist wohl, was dem einen schadet, wie bspw. Trockenheit und Wärme, ist für den anderen eine Katastrophe.

 

Nun können wir das Wetter nicht ändern, was gut so ist. Aber wir können unser Verhalten zumindest überprüfen. Je nach Ergebnis dieser Prüfung gelingt es uns vielleicht, es zu ändern. Und das kann ganz klein beginnen, nämlich mit der Akzeptanz der anderen um uns herum. Und schließlich kann aus dieser Akzeptanz auch so etwas wie liebevolle Zuneigung erwachsen. Darum nehmen Sie diese wunderbare Aufforderung an diesem Sonntag an: Lasst uns lieben, denn Gott hat uns zuerst geliebt.

 

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes letztes Maiwochenende.

 

 

 

Dirk Kroker, Pfarrer in Alheim-Oberellenbach