Wort zur Woche - 10.08.2014


Entschleunigung

Liebe Leserin, lieber Leser,

Entschleunigung, was für ein Wort. Sein Leben bewusst zu verlangsamen, ruhiger zu werden, sich Zeit zu nehmen ist wohl schwieriger als es sich anhören mag.

Jetzt ist Urlaubszeit. Ich weiß nicht, was Sie sich vorgenommen haben, aber mein Ziel für diesen Urlaub ist Entschleunigung. Raus aus dem Alltag hin zu einer langsameren Zeitgestaltung. In dieser Zeit setze ich mich gerne mal in eine Kirche. Dort, wo Ruhe herrscht, wo es kühl ist und auch ein bisschen dämmrig die Gedanken schweifen lassen. Es gibt für mich nichts Besseres als an einem solchen Ort, an dem Gott geradezu fühlbar ist, mir die Zeit zu nehmen, einen Blick zurück auf die letzten Monate zu nehmen. Was war gut, was sinnvoll? Wo habe ich es übertrieben? Wo habe ich Raubbau an mir und meiner Gesundheit betrieben?

Jesus hat gesagt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Die Nächstenliebe haben wir häufig im Blick, aber auf uns selbst zu achten? Vielleicht ist diese Zeit der Entschleunigung gut, um einen Blick auf uns und unser Leben zu werfen. Vielleicht, wenn Sie unterwegs sind in den Urlaub und ein Schild „Autobahnkirche“ sehen, ist das der richtige Moment, anzuhalten, zu entschleunigen, und sich selber in den Blick zu nehmen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Urlaub.

Pfarrer Dirk Kroker, Alheim-Oberellenbach