03.01.2015 - Wort zum Sonntag


Nehmt einander an…

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

sehen wir Nachrichten, dann merken wir rasch: der Jahreswechsel 2014/15 steht unter Vorzeichen, die der Jahreslosung 2015 widersprechen. Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob schreibt Paulus im Römerbrief. Nehmt einander an, das ist etwas, was in unserem Land immer schwerer fällt. Ja, es gibt sogar Menschen, die sich ein Aussortieren wünschen. Aber nach welchen Kriterien? Sollen wir das neue Jahr wirklich so beginnen, mit einem Sortieren von Menschen?

In meinem Beruf habe ich Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen. Da gibt es Alte und Junge, Männer und Frauen, Menschen, die nicht in der Kirche sind und solche, die dort ihre Heimat gefunden haben. Und viele sind irgendwo dazwischen. Das Wunderbare an diesen vielen unterschiedlichen Menschen ist, dass sie mich annehmen so wie ich bin, mit meinen Ecken und Kanten, mit meinen Einstellungen und Überzeugungen ebenso wie mit meinem Lebensstil. Aber diese Form des Miteinander Lebens ist nicht so selbstverständlich wie es sich liest. Menschen lehnen Menschen ab wegen ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht oder ihrer politischen Orientierung. Doch Paulus fordert uns auf, über diesen Schatten zu springen. Nehmt einander an, damit sind nicht nur Christen gemeint oder Deutsche oder wenigstens Europäer. Nehmt einander an bedeutet, alle anzunehmen mit ihrem je eigenen Leben. Wenn Sie sich etwas vornehmen wollen für dieses neue Jahr, dann ist es das eine gute Idee: Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Jahr 2015!

 

Pfarrer Dirk Kroker, Ev. Johanneskirchengemeinde Alheim, Oberellenbach