14.09.2014 - Wort zum Sonntag


Gottes Liebe und unsere Barmherzigkeit

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Urlaub ist vorbei, der Alltag hat uns wieder. Auf einmal sind sie wieder da, die Menschen, denen das Geld zum Leben hinten und vorne nicht reicht, genau wie die, die sich alleine kaum mehr bewegen können. Wie gut, dass ich mir darüber keine Sorgen machen muss, denn mir geht es gut.

Wie erschreckend liest sich ein solcher Gedanke. Ich merke förmlich, wie es mir kalt den Rücken herunter läuft. Wie gut, dass es mir gut geht. Dabei sollte das nur der halbe Gedanke sein. Selbstverständlich dürfen wir dankbar sein, wenn wir genug zum Leben haben. Aber ist es nicht ebenso wichtig, dass wir uns Gedanken über den machen, der nicht genug hat, der aus gesundheitlichen Gründen die Wohnung nicht mehr verlassen kann und alleine vor sich hin lebt?

Dieser Sonntag steht unter dem Thema „Gottes Liebe und unsere Barmherzigkeit“. Barmherzig sein bedeutet, den Nächsten zu lieben und ihn mildtätig anzunehmen. Das hört sich ein wenig an wie Mittelalter. Aber gerade heute, wo so viele durch die immer größer werdenden Maschen des sozialen Netzes fallen, zählt jeder persönliche Einsatz. Vielleicht ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, in der Nachbarschaft nachzuschauen, ob wir nicht jemandem unter die Arme greifen können. Sie werden merken, manch dankbarer Blick schenkt uns mehr, als wir geben können.

Ich wünsche Ihnen viele dankbare Blicke inmitten Ihres Alltags.

 

Pfarrer Dirk Kroker, Oberellenbach