03.12.2014 - Wort zum Sonntag


Der gerechte und helfende König

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

als ich am Totensonntag durch meine Gemeinde fuhr, erblickte ich die ersten Weihnachtsbeleuchtungen. Mittlerweile brennen sie auch bei mir. Die Weihnachtszeit ist endlich da. Kinderaugen glitzern, Glühweinduft und Kerzenschimmer lässt unsere Herzen höher schlagen. Nachdem sich die Kaufhäuser schon in großen Schritten darauf vorbereitet haben, ist nun Zeit für Geschenke kaufen und Plätzchen backen.

Bei der Gottesdienstvorbereitung für den 1. Advent lese ich von dem gerechten König, der kommt und der hilft. In Anbetracht des monatelangen Konsumrausches frage ich mich, wo denn unsere Gerechtigkeit bleibt? Wenn ich von der Aktion Advent lese oder wenn ich Brot-für-die-Welt-Tütchen verteile, dann suche ich die Gerechtigkeit manchmal vergeblich. Wir sammeln, weil Menschen von Ungerechtigkeit betroffen sind. Müssen wir tatsächlich auf die Wiederkunft Jesu warten, bis es uns gelingt, unsere Welt gerecht zu machen?

Wir können es aber auch anders sehen: die kleinen Anzeichen, die zeigen, dass die Dinge sich ändern. Wenn ich auf den unermüdlichen und gefährlichen freiwilligen Einsatz der Helfer in den Ebolah-Gebieten schaue , längst schon aus den täglichen Nachrichten verschwunden, oder auf wunderbare Hilfsaktionen zum Advent, dann wird mir das klar. Da habe ich das Gefühl, dass der König, der kommen wird, schon seine Sendboten vorausgeschickt hat. Und so wünsche ich Ihnen, dass auch Sie ein solcher Sendbote erreichen möge.

Eine besinnliche Adventszeit wünscht Ihnen

 

Pfarrer Dirk Kroker, Ev. Johanneskirchengemeinde Alheim, Oberellenbach