Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh und dein Fremder in deinen Toren. 

2. Mose 5,14 Einheitsübersetzung

Ruhe, das ist schon ein fantastisches Wort. Wenn wir es langsam und ruhig aus-sprechen, dann haben wir beinahe das Gefühl, die Ruhe kommt von alleine. Und doch ist es nicht so. Unser Alltag ist unruhig, vollgepackt und atemlos. Und auch die Sonntage sind mittlerweile vollgepackt. Ob Fußballspielen, Familienausflug oder Besuch einer Veranstaltung: Die Sonntage sind mittlerweile genauso hektisch geworden wie alle anderen Tage auch.

Bedauerlich, denn so verlieren wir etwas, dass uns wichtig sein sollte. Ruhe, Entspannung, einfach mal nichts tun. Doch wie viele von uns müssen auch am Sonntag arbeiten oder werden vom Chef angerufen oder bereiten die Dinge vor, die am Montag fertig auf dem Schreibtisch liegen müssen.

In der Schöpfungsgeschichte heißt es vom siebten Tag: Und Gott ruhte. Ja tatsächlich, auch Gott ruhte. Warum dann nicht wir? Warum immer dieses Gehetzt Sein, um am freien Tag bloß nicht zur Rhe und damit vielleicht sogar zum Nachdenken zu kommen. Es könnte ja passieren, dass wir dann Dinge feststellen, die wir auf keinen Fall sehen wollen.

Für mich gehört zu einem guten Sonntag ein ausgiebiges Frühstück mit der Frau, die ich liebe, anschließend einen wirklich guten und aufbauenden Gottesdienst besuchen, mittags ein gemeinsames Sonntagsmahl gerne auch außer Haus und am Nachmittag ein schöner langer Spaziergang. Doch das gelingt nur selten.

Ja, Sie haben recht. Als Pfarrer muss ich mich doch nicht beklagen. Sonntagsarbeit gehört zu meinem Beruf. Aber das stört mich nicht. ich kann auch dann zur Ruhe kommen, wenn ich selber Gottesdienst halte. Doch in aller Regel ist der Nachmittag vollgestopft mit dem Wegheften von Papieren, der Planung der kommenden Woche oder aber diversen Besuchen. Warum? Weil ich das so mache. ich könnte es ja auch anders gestalten. Aber auch ich erwische mich dabei, dass ich der Ruhe aus dem Weg gehe. Wie gesagt, es könnte ja sein, dass...!

Ich wünsche Ihnen und mir und der Menschheit in seiner Gesamtheit, dass wir wieder lernen, die Ruhe zu genießen. Dann würden manche Kurzschlussreaktionen vermutlich gar nicht mehr vorkommen. Die Ruhe bringt uns innere Ruhe, Zeit zum Nachdenken und den Mut, die Dinge anders zu tun als bisher.

Darum suchen Sie die Ruhe. Gerne auch in einem Gottesdienst. So werden Sie auch etwas ruhiger und die Hektik des Alltags kann Sie nicht mehr übermannen.

ich wünsche Ihnen eine gesegnete Ruhezeit.

Ihr Pfarrer Dirk Kroker