Man muss Gott mehr

gehorchen als den Menschen!

Was für eine Story, unglaublich, was in der Apostelgeschichte erzählt wird.

Petrus und ein Teil der Jünger wird fest genommen, irgendwann kurz nach Pfingsten. Man wirft sie in das öffentliche Gefängnis und glaubt, nun endlich Ruhe zu haben. Am nächsten Tag sollen die Männer vor den Hohenpriester geführt, angehört und verurteilt werden. Doch obwohl das Gefängnis verschlossen ist und die Wächter davor stehen, sind sie weg. Später werden sie im Tempel gefunden, wo sie von Jesus erzählen. Von dort schleppt man sie erneut weg und endlich landen sie vor dem Thron des Hohenpriesters. Auf die Frage, warum sie predigen würden, obwohl man es ihnen doch verboten hatte, antwortet Petrus: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Und das ist nun die Monatslosung, kurz bevor viele von uns sich in den Urlaub verabschieden. Man muss... Alleine schon diese Wortwahl macht stutzig. Hat Jesus nicht gesagt, der Mensch hat die Freiheit zu entscheiden? Und ist es nicht ein ungeschriebenes Gesetz, dass die Freiheit eines Christenmenschen weder von Gott noch von den Menschen gebrochen werden darf?

Liebe Leserin, lieber Leser, in der Tat hat jeder von uns sowohl die Fähigkeit, an Gott glauben zu können, als auch die Möglichkeit, selber zu entscheiden, was er möchte. Doch wer sich zum Glauben an den dreieinigen Gott bekennt, der muss auch die Konsequenzen tragen. Und eine davon ist die Weitergabe der Geschichten und Worte von Jesus.

Darauf haben viele keine Lust. An Heilig Abend in die Kirche gehen? - Ok.

Kinder taufen und konfirmieren lassen? - Leises Zähneknirschen ist zu hören, aber ok.

Aber muss ich jetzt noch jedem X-Beliebigen von diesem Jesus erzählen? ich mache mich ja zur Witzfigur. Anderes ist viel wichtiger: Geld zum Beispiel oder langfristige Strategien für meine Karriere, die vorbereitet und durchorganisiert werden müssen. Sitzungen, die über viel Geld und über Kosten und den Einsatz von Personal diskutieren. Doch wo bleibt bitte schön Lehre und Begleitung, Seelsorge und der Mensch an sich?

Genau, meist auf der Strecke. Daher lautet meine Empfehlung: Bevor Sie in Urlaub fahren, schauen sie doch nochmal beim Nachbarn rein. Oder rufen Sie Mutter, Tochter, Enkelsohn und Großmutter einfach mal an. Es muss ja gar nicht lange sein. Aber ein kleiner Gruß, bevor man sich für ein paar Tage oder Wochen verabschiedet, der tut gut. Einfach mal jemanden in den Arm nehmen, wer weiß, wann man sich wieder sieht. Und was immer ganz wunderbar angenommen wird: Eine Postkarte von unterwegs. Damit zaubert jeder selbst aus der Ferne ein Lächeln auf das Gesicht eines Menschen.

Falls Sie am 18. diesen Monats Zeit haben, kommen Sie doch mal in den Segensgottesdienst nach Sterkelshausen. Nehmen Sie jemanden mit, der nicht mehr alleine kommen kann und lassen Sie sich gemeinsam mit einem göttlichen Segen beschenken. Sie werden merken, dann kommen Sie wie die Apostel einfach so aus jedem Gefängnis heraus und können dieses göttliche Geschenk weiter geben.

Ihr Pfarrer Dirk Kroker