Altar am Valentinsgottesdienst 2016
Altar am Valentinsgottesdienst 2016

 

Ich bete darum, dass eure Liebe

immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung. Phil 1,9

Liebe Leserin, lieber Leser,

Seit einiger Zeit geht ein Lied die Radiosender rauf und runter, das uns in diesem Jahr noch beschäftigen wird: Wenn sie tanzt… von Max Giesinger. Er erzählt von einer Mutter, die in ihren Träumen ihren Wünschen nachhängt. Sie fragt sich wie es gelaufen wäre, wenn…

… ja wenn sie nicht diese Kinder bekommen hätte, sondern einfach in den Tag hinein leben würde. Hätte ihr nicht bei allem Stress etwas gefehlt? Wie wäre es ohne die Liebe ihrer Kinder?

Die Monatslosung für den Juli steht im Brief des Paulus an Philemon. Wie so oft provoziert Paulus. Er stößt mit seinem Denken Menschen vor den Kopf. So tut er es auch scheinbar mit Philemon. Er betet nicht, dass Philemon mehr Liebe für seine Nächsten empfindet, sondern er setzt diese Nächstenliebe als selbstverständlich voraus. Aus dieser Liebe soll Erkenntnis wachsen. Erkenntnis, ein Wort, das wir heute kaum noch verwenden. Vielleicht die Erkenntnis des Schönen und Guten? Oder die Erkenntnis, dass wir nicht alleine sind, weil Gott stets bei uns ist?

Da stellt sich mir die Frage, ob das vielleicht auch für die Frau gilt, von der Max Giesinger singt? Ist es nicht die Frage nach der Erkenntnis, ob geschenkte Liebe von Kindern und/oder einem Partner mehr wert ist als der Sprung von einer Jacht in der Karibik? Gibt es diese geschenkte Liebe überhaupt? Und wenn es sie gibt, kann ich sie auch erkennen? Oder lebe ich lieblos in einer lieblosen Umgebung?

Wenn wir Paulus folgen, dann ist klar, es gibt sie wohl. Die Frage ist eher: "können wir sie zulassen?" Können wir uns den Wunschträumen von geschenkter Liebe hingeben und sie schließlich bei Gott finden?

„Wenn sie tanzt, ist sie

woanders…“ heißt es in dem Lied, das am 10. September den Mittelpunkt vieler

Gottesdienste, unter anderem auch in Alheim, bilden wird. Sich den Wunschträumen nicht nur hingeben, sondern etwas dafür tun, sollte der Gedanke sein, der uns durch diese Sommerzeit begleiten. Dazu wünsche ich uns von Herzen Gottes guten Segen.

Ihr Pfarrer Dirk Kroker