Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit! 2. Kor 3, 17

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

der Herbst kommt mit Macht und wir merken es an den kühleren Temperaturen, dem unbeständigeren Wetter und nicht zuletzt am deutlich auffrischenden Wind. Und dann passiert das, was jedes Jahr passiert: Der Wind weht durch die Bäume und das langsam braun werdende Laub segelt mit ihm davon. Völlig losgelöst von seinem Baum, an dem es monatelang hing und wuchs, macht es sich auf den Weg in die Freiheit. So könnte man meinen. Aber es fliegt eigentlich nur seinem Ende entgegen, fällt zu Boden, manchmal schneller, manchmal langsamer, und zerfällt zu Erde.

ein typisches Anzeichen für den Herbst. und dann lesen wir im Monatsspruch etwas vom Geist des Herrn, bei dem die Freiheit ist. Im griechischen Original des 2. Korintherbriefes wird ein Wort verwendet, dass auch mit "weht" übersetzt werden kann. So würde dann dieser Satz heißen: Wo der Geist Gottes weht, da ist Freiheit. und mit dem wehenden Geist Gottes sind wir ganz dicht dran an unserem Herbstbild. Der Wind verhilft Blättern zu einer Freiheit weg von ihrem fest angestammten Platz am Baum. Er begleitet sie sozusagen bis zu ihrem Ende.

Wenn wir unser Leben so betrachten, dann finden wir uns zunächst an einem Ort, der nicht nur Schönes bedeutet. Das Leben auf dieser Erde ist auch immer wieder mit traurigen und schlimmen Ereignissen verbunden. und doch schenkt uns der Geist Gottes die Freiheit, trotz aller schlimmen Ereignisse in Freiheit an ihn glauben zu können. Ob wir das wollen oder nicht, müssen wir schon selber entscheiden. Aber der geist Gottes, der bekanntermaßen weht, wo er will, gibt uns erst einmal die Möglichkeit das Glaubens.

Im vergleich mit der gesamten restlichen Schöpfung sind wir die einzogen Lebewesen, die über diese Fähigkeit verfügen. Wir können glauben. Die Freiheit zu dieser Entscheidung bekommen wir gratis geschenkt. Wir müssen nichts dazu tun. Alles, was wir zum Glauben brauchen gehört zu unserem Menschsein einfach dazu.

Wenn ihnen in diesem Monat gelegentlich die Gedanken abschweifen und Sie bei grauem Himmel darüber nachdenken, was in Ihrem Leben nicht so klasse gelaufen ist, was Sie belastet und unruhig macht, dann wenden Sie sich Gott zu. im gebet ist da jemand, der zuhört und der Ihnen die Freiheit schenkt, sich von den traurigen und schwierigen Ereignissen zu befreien. Sie müssen dann nicht mehr daran hängen wie das Blatt am Baum, sondern können einfach in Gedanken davon segeln. Und seien Sie versichert, am Ende unseres Lebens, wenn wir zu Boden gleiten, dann wird Gottes geist da sein und uns begleiten in ein neues Leben, dass unvergleichbar schöner sein wird als alles, was wir auf Erden erlebt haben.

Deshalb genießen Sie die Freiheit des Glaubens, lassen Sie sich anstecken und begeistern von der Freiheit, nicht an irdischem hängen zu müssen.

Ihr Pfarrer Dirk Kroker