Monatslosung Mai 2016


Foto: M. Kirchner
Foto: M. Kirchner

 Unser Leib ein Tempel? Was soll denn das? Eine gute Frage, wo wir doch jeden Tag aufs Neue unser Leben als  eine Selbstverständlichkeit annehmen. Ganz oft vergessen wir, dass unsere ganze Existenz ein direktes Resultat aus der Schöpfung ist. Und diese Schöpfung hat, so unser Glaube, nun mal Gott erschaffen. Wir sind also ebenfalls Geschöpfe Gottes. Damit ist zumindest schon mal die Frage des Paulus, ob wir nicht wissen, dass wir uns selber gehören, klar beantwortet. Als Geschöpfe Gottes sind wir selbstverständlich Eigentum Gottes und gehören nicht uns selber. 

Meist wird uns das aber nur bei zwei Geschehnissen in unserem Leben klar: Bei der Geburt, wenn dieses Wunder des Lebens aus dem mütterlichen Leib erscheint und hilflos und klein in unseren Armen liegt. Und das zweite Geschehen ist der Tod. Wenn Menschen sterben, dann wird die Hoffnung auf das Ewige Leben im Reich unseres Schöpfers wieder bewusst. 

Aber was ist dazwischen? Was macht uns aus, wenn wir doch davon überzeugt sind, dass Leben etwas ist, das selbstverständlich ist? Unser Zusammenleben ist mittlerweile von einer Idee geprägt, die ganz eng mit unserem Glauben zusammenhängt. 

Ob Menschenrechte, Strafrecht, soziale Unterstützung, ehrenamtlicher Einsatz für Benachteiligte, alles hängt ganz eng mit den Geboten Gottes zusammen. Ob die Anerkennung der Eltern, Schutz der Familie, Verbot von Diebstahl und Mord, alles hat seine Basis in diesem fast dreitausend Jahre alten Text. 

Doch mit Jesus wurde es noch konkreter. Liebe Gott von ganzem Herzen und liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wir kennen diese Worte als Doppelgebot der Liebe. 

Aber ist es wirklich selbstverständlich, dass wir unseren Nächsten lieben? Ist es wirklich ganz normal, auch mal die eigenen Bedürfnisse zurück zu setzen für jemand anderen? 

Nun, nach unserer Überzeugung kommt an dieser Stelle der Heilige Geist ins Spiel. Ohne ihn, der uns die Fähigkeit zu Glauben und zu Lieben schenkt, könnten wir gar nicht diesen Geboten nacheifern. Erst der Heilige Geist macht aus uns das liebende, helfende und glaubende Geschöpf Gottes. Diese Gefühle unterscheiden uns von allen anderen Geschöpfen. Sie machen uns einzigartig. Sie machen uns erst zu dem, was wir sein können, wenn wir das Angebot des Glaubens und Liebens annehmen. 

 

Guter Gott, bitte hilf uns, dass wir uns immer wieder bewusst werden, dass wir ohne dich nichts sind. Stütze du uns, wenn wir vergessen, dass wir deine Geschöpfe sind, die deine Führung brauchen. Weise du uns immer wieder die Richtung, dass wir deine Liebe  ausleben und dort hingehen, wo wir gebraucht werden. Amen

Dirk Kroker