Monatslosung Januar 2016


Foto: Michaela Kirchner
Foto: Michaela Kirchner

 

„Kannst du mal die Suppe abschmecken?“ rief eine Stimme aus der Küche. „Natürlich, komme!“ Forsch nahm er sich einen Löffel und mit wachsender Freude tunkte er den Löffel in die blubbernde Suppe. Er liebte ihre Suppen. Aber als er den Löffel in den Mund steckte war sie fürchterlich heiß. Er schmeckte gar nichts, sondern ließ vor Schrecken den Löffel fallen.

 

Ein paar Tage später die gleiche Situation: Diesmal nahm er den Löffel SEHR, sehr vorsichtig, beinahe übervorsichtig, und pustete wie verrückt. Da stand sie hinter ihm und sagte: Du brauchst nicht zu pusten. Das ist eine Kaltschale!

 

Menschen sind oftmals forsch, rasch im Entscheiden und Handeln und verbrennen sich dabei Mund und Finger. Nicht besonnen, nicht liebevoll, aber immerhin kraftvoll und dabei oftmals sich selbst und andere verletzend.

 

Wenn sie sich dann verbrannt haben, dann werden sie beim nächsten Mal rasch sehr verzagt, ja, wir könnten beinahe sagen, übervorsichtig und überängstlich sein. Die Besonnenheit ist immer noch weit weg, die Kraft ebenso und wo sind die Liebe, das Vertrauen, die Bereitschaft zu helfen?

 

Gott hat uns einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben. Wir verfügen über diese Kraft, die uns die Möglichkeiten gibt, Dinge anzupacken und zu tun. Wir verfügen auch über den Geist der Liebe. Wir können uns gegenseitig annehmen, tragen und unterstützen. Aber wir können dies vor allem mit Besonnenheit tun. Erst denken, dann handeln. Was wird wirklich gebraucht? Wo kann ich meine Kraft und meine Liebe zielgerichtet für den nächsten einsetzen? Und vor allem, wie gelingt es mir, mir nicht Mund und Finger zu verbrennen, aber auch nicht in das Gegenteil zu verfallen und ängstlich auf jede Aktion zu verzichten?

 

Diese Monatslosung fordert uns heraus, den von Gott geschenkten Geist zu nutzen zu unserem Wohl und zum Wohl unserer Mitmenschen und unserer Gemeinden. Besonnen, kraft- und liebevoll füreinander einzustehen und Gottes Wort weiter zu geben ist das Ansinnen dieses Verses. Ich wünsche uns allen gutes Gelingen dabei.

 

 

 

Guter Gott, manchmal verstecken wir uns hinter unserer Ängstlichkeit und ein anderes Mal gehen wir zu rasch und unbesonnen vor. Hilf uns, den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit, den du uns geschenkt hast, zum Wohl deiner Menschen und deiner Schöpfung zu nutzen. Amen

Dirk Kroker