Monatslosung Februar 2016


Foto: Michaela Kirchner
Foto: Michaela Kirchner

Miteinander reden ist so schwierig…

 

Warum eigentlich? Warum können wir so schlecht miteinander reden? Meistens hängt es damit zusammen, dass wir dem anderen nicht zuhören können oder wollen. Irgendetwas stört noch. Ein Sprichwort redet vom Haussegen, der schief hängt.

 

Oh und wie oft hängt der Haussegen zwischen Gott und uns schief? Da sind all die vielen kleinen Dinge, die wir falsch gemacht haben. Manchmal sind es auch große Dinge. Und schon wird das Gespräch mit Gott, das Beten, schwierig. Klagen wir nicht erstmal all das, was andere an uns falsch gemacht haben? Und dann äußern wir unsere Wünsche, aber auch Klagen über Gesundheit, wirtschaftliche Situation, Familienprobleme. Und wo, so fragt Jesus, bleibt eure Vergebung? Genau betrachtet erwartet er gar nicht, dass wir unsere Schuld vor ihm bekennen. Darum geht es nämlich nur sekundär. Viel ausschlaggebender ist ihm unser Umgang mit den Verfehlungen anderer, die sie uns angetan haben.

 

Und schon sind wir wieder da, wo wir am Anfang schon mal waren. Vergebung für unseren Nächsten, für den Nachbarn, den Partner, die Kinder oder Eltern und, und, und…

 

Besonders beeindruckend finde ich ja den Anfang dieses Verses: „Wenn ihr beten wollt,…“. Wollen wir das überhaupt? Ist unser Gebet nur ein Gespräch mit Gott, wenn es uns schlecht geht? Oder wollen wir wirklich mit ihm reden wie mit einem Menschen an unserer Seite, morgens, mittags, abends und auch mal zwischendurch?

 

Diese Monatslosung fordert also gleich zwei Entscheidungen von uns: Wollt ihr beten? Und wenn ja, habt ihr vorher euren Schuldnern vergeben?

 

Ehrlich, ich finde, das ist recht anspruchsvoll. Doch weder Jesus noch sein Vater haben uns je durch die Bibel mitgeteilt, dass der Weg zu und mit ihnen ein leichter sei. Ganz im Gegenteil, ich erinnere mich, dass Jesus zu Petrus gesagt hat, auch er werde das Kreuz tragen. Und als Gott Lot und seine Familie aus Sodom rettete, wird erzählt, wie schwer es für die Flüchtlinge war, mit Gott zu gehen und Hab und Gut zurück zu lassen.

 

Nun, ganz so schwer ist das Vergeben nicht. Doch erfordert es eine tiefgreifende Entscheidung. Ich weiß, der andere hat Schuld, er hat mich verletzt, körperlich oder seelisch. Aber ich will ihm von ganzem Herzen vergeben, denn nichts soll zwischen ihm und mir, zwischen Gott und mir stehen. Und ich hoffe, dass auch mir vergeben wird, von meinem Nächsten und von Gott.

 

Seien Sie mutig. Trauen Sie sich, zweimal Ja zu sagen, zum Gespräch mit Gott und zur Vergebung an Ihrem Mitmenschen.

 

Guter Gott, du hast uns die Kraft gegeben zu glauben. Wir bitten dich, schenke uns auch die Kraft, dem anderen zu vergeben und dann das Gespräch mit dir zu suchen. Amen

 

Dirk Kroker