Monatslosung September 2015


Foto: Michaela Kirchner
Foto: Michaela Kirchner

Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, dann kommt ihr nicht ins Himmelreich.

Wie die Kinder werden, albern, unaufmerksam, aufmüpfig, unordentlich… Die Liste könnte noch lange fortgesetzt werden. Aber da irren wir. Gemeint ist nicht, dass wir unseren Kopf abschalten sollen, sondern vielmehr unser Herz anschalten dürfen. 

Kinder sind offen gegenüber anderen. Sie sind, sofern sie nicht von Erwachsenen beeinflusst werden, unvoreingenommen. Sie sind wissbegierig und immer auf der Suche nach dem Neuen, dem Unentdeckten.

Stellen Sie sich mal vor, wir Erwachsenen wären so. Was würde dann aus unserer Erde werden? Wenn wir unvoreingenommen auf andere zu gehen würden, unser Misstrauen in die Tasche stecken, wäre das nicht gefährlich? Und wenn wir immer auf der Suche wären nach etwas neuem, dann wären uns doch die eingefahrenen Systeme bald überdrüssig. Ist Jesus denn so naiv, dass er das nicht sieht?

Oh ich glaube, er ist überhaupt nicht naiv und sieht die Konsequenzen aus seiner Forderung durchaus. Ganz im Gegenteil, dort soll es hingehen, in die Unvoreingenommenheit, in die Neugierde, in die Offenheit. Wenn sich dem viele anschließen würden, sodass die, die das nicht wollen, zur Minderheit würden, dann würde sich allmählich etwas verändern. Die Dinge würden einfacher, klarer, friedvoller. Hunger würde auf die Dauer ebenso verschwinden wie Umweltverschmutzung, weil es nicht mehr um das „Geld verdienen“, sondern um das „Gemeinsam Leben“ ginge.

Eine tolle Idee, wie ich finde. Leider nur schaffen wir es nicht, diese Mauer zu überspringen oder einzureißen. Lieber bleiben wir, was wir sind und leben so, wie wir es gewohnt sind.

 

Guter Gott, du weißt, wie engstirnig, verschlossen und auf den eigenen materiellen Vorteil bedacht wir sind. Hilf uns doch, wie die Kinder zu werden, zu teilen, anzunehmen, auf einander zu zu gehen, um schließlich das Himmelreich schon auf Erden zu leben. Das können wir nur mit deiner Hilfe. Dank sei dir dafür. Amen

Dirk Kroker