Jahreslosung 2016


Foto: Michaela Kirchner
Foto: Michaela Kirchner

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

ich stehe an der Kasse in einem Einkaufsmarkt. Vor mir ist eine junge Mutter mit drei kleinen Kindern. Eines davon weint bitterlich. Den Grund kenne ich nicht. Während die zwei anderen bei ihr stehen, nimmt die Mutter ihr Kind auf den Arm, ungeachtet der Schlange, die sich hinter ihr bildet. Jetzt gilt ihre Aufmerksamkeit ganz alleine dem Kind, dass sie zu trösten versucht. Ich bewundere diese junge Frau für ihre Gelassenheit und ihren Mut, sich dem Zorn der an der Kasse Wartenden zu stellen.

 

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet (Jes 66,13). Wenn wir von Gottes Trost sprechen, dann denken wir meist an eher männliche Attribute, die mit Kraft einhergehen. Beispielsweise ist die Burg ein solches Symbol für männlichen Trost. Eine Mutter, die ihr Kind auf den Arm nimmt und Tränen trocknet, ist ein eher ungewohntes Bild für Gottes Trost. Dabei sind genau diese Dinge, in den Arm nehmen, gestreichelt werden, Tränen getrocknet bekommen, dass, was wir am häufigsten als Trost benötigen. Und nun werden wir in diesem Jahr darauf aufmerksam gemacht, dass Gott nicht nur als starker Vater, sondern ebenso als liebevolle Mutter in unserem Leben in Erscheinung tritt.

 

Wir wissen nicht, was uns in den kommenden zwölf Monaten erwartet. Es mögen aber Zeiten kommen, da wir diesen göttlich-mütterlichen Trost brauchen. Und dann wird er da sein, wie er es uns in der diesjährigen Jahreslosung zugesagt hat.

 

Und so wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Jahr 2016, in dem die väterliche Stärke und die mütterliche Zärtlichkeit Gottes bei Ihnen sei.

 

Gott, der allmächtige Vater, sei uns gnädig und barmherzig, Christus, der Herr, schenke uns Leben und Seligkeit, Gott, der Heilige Geist, entzünde in unseren Herzen das Feuer seiner Liebe. Amen

 

 Dirk Kroker