"Bibel aktuell" von Hit Radio FFH - 15.08.2016


Was kann man sich manchmal so schön aufregen über andere Leute! Zum Beispiel die Drängler auf der Autobahn, oder Menschen, die mit ihrem Geld nicht umgehen können, oder Nachbarn, die ihren Garten verwildern lassen. „Gut, dass ich nicht so bin!“ denken manche, so wie dieser Pharisäer, von dem die Bibel erzählt. Der hält sich selbst für super fromm und denkt, er ist Gott ganz nahe. Aber Jesus sieht das anders. Pfarrer Dirk Kroker aus Ahlheim-Oberellenbach.


Jesus sagt: Nein, das Rumprahlen mit der eigenen Frömmigkeit und Spendenbereitschaft ist falsch. Denn dann wären alle, die nichts zu erzählen haben, weil sie nicht regelmäßig in die Kirche gehen oder nichts spenden können, komplett abgemeldet. Aber ist es nicht wichtig, die eigenen Verdienste hoch zu halten und zu sagen, was für ein toller Hecht man ist? Und das nicht nur in der Kirche?

In der Bibelgeschichte gab es noch jemand, einen Zöllner. Der steht in der letzten Reihe mit gesenktem Kopf. Ganz bescheiden und in sich versunken bittet er: Gott, sei mir Sünder gnädig. Aber kann man so noch einen Blumentopf gewinnen? Jesus sagt deutlich: Ja. Nur wer sich so verhält, der erfüllt den Willen Gottes. Denn bei Gott sind die Dinge anders. Nahe bei unseren Mitmenschen heißt nahe bei Gott sein. Dort, wo wir Menschen verurteilen und ausgrenzen, entfernen wir uns von ihnen und von Gott. Denn Mitmenschen sind sie, die Flüchtlinge aller Nationen, die Andersgläubigen oder die Atheisten.

Wie unsere Welt wohl aussehen würde, wenn wir uns stattdessen mit liebevoller Aufmerksamkeit begegnen würden? Dann, das ist die Aussage Jesu, dann wären wir ganz nahe bei Gott.

 

Pfarrer Dirk Kroker aus Alheim-Oberellenbach für Hitradio FFH.