"Bibel aktuell" von Hit Radio FFH - 01.02.2015


Am 1.02.2015 war Pfarrer Dirk Kroker während der Kirchensendung „Bibel aktuell“ von Hit Radio FFH zu hören. Zum Bibeltext Matthäus 20, 1-16 wurde folgende Frage an ihn gerichtet:

 

Stellen Sie sich vor, in Ihrer Firma bekommen alle das gleiche. Die Chefin verdient genauso viel wie der Pförtner, und auch die Teilzeitkraft kriegt das Chefgehalt. Genauso ist das in einem Gleichnis, das Jesus in der Bibel erzählt. Von den Arbeitern im Weinberg. Da gehen alle Arbeiter mit dem Lohn für einen ganzen Tag nach Hause. Auch die, die nur eine Stunde gearbeitet haben. Ist das denn gerecht, Pfarrer Dirk Kroker aus Alheim-Oberellenbach?

Pfarrer Dirk Kroker:

Das scheint völlig ungerecht. Liegt darin der Sinn dieser Geschichte?

Seit Monaten protestieren in unserem Land Menschen für ihre Vorstellungen von Gerechtigkeit: Sie wollen keine Islamisierung, kein Geld für Menschen, die nicht von hier sind.

Aber warum darf in einem freien Land nicht jeder der Religion angehören, die seine ist? Warum dürfen Berufstätige nicht eine andere Hautfarbe oder Politiker nicht seltsame Namen haben? Wäre das nicht gerecht?

Zur Zeit Jesu war es nicht anders. Jeder kämpfte um das Seine. Sollten wir Menschen einer anderen Kultur nicht unterstützen? Zum Beispiel den aus dem Block nebenan mit den 5 Kindern. Oder den Flüchtling in dem Wohnheim, der sich zu seinem Schutz hinter Gitterzäunen verstecken muss? Sind das Menschen, die wir wegschicken wollen, damit uns bleibt, was uns ist?

Gottes Gerechtigkeit ist anders. Die Letzten sollten als erste versorgt werden, mit Unterkunft, Lebensmitteln und Kleidung, mit Arbeit und der Möglichkeit, ihren Glauben zu leben. Das erwarten wir für die Christen in Ägypten oder Nigeria auch. Es ist jetzt an der Zeit, unser Denken zu wandeln. Dazu gehört auch, jene anzunehmen und zu unterstützen, die angeblich unsere Kultur zerstören - sie jedoch bereichern.

 

Pfarrer Dirk Kroker aus Alheim-Oberellenbach für Hit Radio FFH.