03.01.2021 - 01. Sonntag nach Epiphanias

Jesus – das Wunder, das uns verwundert zurücklässt.

Predigttext: Lk 2,41-52

Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest. Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes. Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem und seine Eltern wussten's nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten. Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

Gelobt sei Jesus Christus. Amen

Worte aus Psalm 100:

Jauchzet dem Herrn, alle Welt!

Dienet dem Herrn mit Freuden,

kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!

Erkennet, dass der Herr Gott ist!

Er hat uns gemacht und nicht wir selbst

zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu

seinen Vorhöfen mit Loben;

danket ihm, lobet seinen Namen!

Denn der Herr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig

und seine Wahrheit für und für.

Wir wollen beten:

Gott, du hast der dunklen und verlorenen Welt dein Licht geschenkt: Jesus Christus, deinen Sohn. Wir bitten dich: Gib uns Anteil an seinem Leben, sende auf uns herab deinen Heiligen Geist, der neues Leben schafft. Auf dich hoffen wir in Zeit und Ewigkeit. Amen

 

EG+ 102: Da wohnt ein Sehnen tief in uns

Aus urheberrechtlichen Gründen haben wir den Text hier nicht veröffentlicht!

 

Gedanken

Es ist jedes Jahr ein Wunder, dass wir uns bewusst machen: Jesus kommt als Säugling unter den schwierigsten hygienischen und sozialen Umständen zur Welt und überlebt. Und die Wunderreise mit ihm geht weiter. Auch wenn in den vier Evangelien nur wenig von seiner Kindheit und Jugend geschrieben steht, gibt es doch dieses eine einschneidende Ereignis. Es ist die Geschichte eines Zwölfjährigen, der erstmals in seinem Leben mit in die große, weite Welt darf, in den Tempel zu Jerusalem.

Ich erinnere mich, wie das war, als ich zwölf war. Mal einkaufen in die Stadt oder mal ins Kino waren das höchste der Gefühle. In der Regel war das aber immer verbunden mit Hinbringen und Abholen durch die Eltern.

Heute ist das alles deutlich entspannter. Da fährt ein Zwölfjähriger schon mal durch die ganze Republik. Ja, unsere Kinder und Kindeskinder sind schon so weit, dass sie sich selbständig und ohne Aufsicht in viel größeren Kreisen bewegen als wir. Aber die Zeiten ändern sich.

Jesu Eltern waren schon ziemlich entspannt. Sie machen sich auf den Heimweg in der festen Überzeugung, ihr Sohn wird schon bei irgendwelchen Verwandten oder Freunden sein. Erst nach einer Tagesreise am Abend, als sich alles zur Übernachtung trifft, stellt sich heraus: Das Kind ist nicht da!

Also zurück nach Jerusalem und alles abklappern. Dass Jesus im Tempel sitzen könnte und dort alte Männer mit seiner Weisheit und seinem Verständnis begeistert, das können die Eltern nicht ahnen. Ich vermute eher, sie suchten ihn im antiken Äquivalent zu unseren heutigen Diskotheken und Kneipen.

Damit kommen wir dorthin, wo wir uns verwundern. Was macht dieser Kerl, der gerade auf dem Weg ist, ein Jugendlicher zu werden? Wieso sitzt der mit alten Männern zusammen und diskutiert, anstatt sich mal ein bisschen den Wind um die Nase wehen zu lassen?

Ja, Wunder über Wunder, die wir nicht verstehen können. Und dann kommt noch dazu, wo so ein Bursche, der bestenfalls ein bisschen Lesen in der Synagoge gelernt hat und zur Ausbildung bei seinem Vater ist, diese umfangreiche Weisheit her hat, um seine Gegenüber im Tempel so zu beeindrucken?

Das Jahr beginnt für uns gleich am ersten Sonntag mit einem ganzen Haufen Wunder, die uns verwundert zurücklassen. Das ist gerade in diesem Jahr sehr gut. Wir suchen Wunder, wir sehnen uns danach. Wir wollen das Wunder erleben, dass wir uns endlich wieder frei bewegen können, dass wir uns treffen können, wann und wo und mit wem auch immer wir wollen. Vielleicht würde der ein oder andere auch gerne mal wieder in einer richtig vollen Kirche sitzen und einen abwechslungsreichen Gottesdienst, ein Konzert oder eine Aufführung genießen. Das wäre wirklich ein Wunder.

Wir wollen uns darauf verlassen, dass uns in diesen dunklen Tagen ein Licht begegnet, ein echtes Wunder, dass uns Hoffnung schöpfen lässt. Ich bin mir sicher, dass wird uns begegnen und zwar dort, wo wir am wenigsten damit rechnen. Damit sind wir dann wieder ganz nah bei den Eltern Jesu, die ihren Filius dort fanden, wo sie nun wirklich nicht mit ihm rechneten – im Tempel. Amen 

Fürbittgebet

 

Wir wollen im Frieden zu Gott, unserem Vater, rufen und ihn bitten:

 

Wir bitten dich, Gott, um dein Geleit auf unserem Weg durch das Leben und um das Wort, das uns Kraft gibt und Tag für Tag befreit.

 

Wir bitten dich für alle, die mit uns gehen, für unsere Angehörigen und Freunde, für unsere Nachbarn und für die Menschen, mit denen wir die Arbeit teilen, ob im Beruf oder im Ehrenamt.

 

Wir bitten dich für unsere Gemeinde, für die ganze Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit und vor allem für die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, die mit ihren Entscheidungen die Weichen stellen, wie es weitergeht.

 

Wir bitten dich für alle Menschen und die Gemeinschaft der Völker, für alle, die politische Verantwortung tragen, dass sie den Weg des Friedens und der Gerechtigkeit gehen und allen mit ihren Entscheidungen zu Gesundheit verhelfen.

 

Wir bitten dich für die Menschen, die Schweres zu bewältigen haben, die müde werden auf ihrem Weg, für die Mutlosen und Schwermütigen, für die Kranken und Sterbenden.

 

Du hast dich über uns erbarmt, Gott, unser Vater. In deinem Sohn hast du uns den Weg zum Leben gewiesen. Hilf uns durch deinen Geist, dass wir ihn gehen, bis ans Ziel.

Und in der Gemeinschaft der Christen beten wir weiter:

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Der Herr segne uns und behüte uns, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen.

01.01.21 - Neujahr

Ehrlich Dank sagen ist auch ein Teil der Barmherzigkeit.

Predigttext: Phil 4,10-13

 

Ich bin aber hocherfreut in dem Herrn, dass ihr wieder eifrig geworden seid, für mich zu sorgen; ihr wart zwar immer darauf bedacht, aber die Zeit hat's nicht zugelassen. Ich sage das nicht, weil ich Mangel leide; denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie's mir auch geht. Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden; ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.

 

 

 

Worte aus Psalm 121:

 

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.

 

Woher kommt mir Hilfe?

 

Meine Hilfe kommt vom Herrn,

 

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,

 

und der dich behütet, schläft nicht.

 

Siehe, der Hüter Israels

 

schläft und schlummert nicht.

 

Der Herr behütet dich;

 

der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

 

dass dich des Tages die Sonne nicht steche

 

noch der Mond des Nachts.

 

Der Herr behüte dich vor allem Übel,

 

er behüte deine Seele.

 

Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang

 

von nun an bis in Ewigkeit.

 

Wir wollen beten:

 

Wir danken dir, Gott, weil wir leben, heute und morgen, so wie wir gestern und alle Tage gelebt haben aus deiner Gnade, Gott, von dieser Erde, die du uns gegeben hast, von Brot und Licht, von den Menschen um uns.

 

Wir danken dir, weil wir leben hier und jetzt, mühsam und voller Freude.

 

Und wir bitten dich, dass keine Zukunft, keine Krankheit, keine Katastrophe und kein Tod uns trenne von Jesus Christus, der deine Liebe ist für alle Menschen und die ganze Erde. Amen

 

 

 

Danke mit anderen Strophen

 

1.  Danke, für das vergangne Leben. Danke, mein Gott, für alle Zeit. Danke, du willst uns Hoffnung geben bis in Ewigkeit.

 

2.   Danke, für alle frohen Stunden. Danke, für jeden Augenblick. Danke, für ein erfülltes Leben und für jedes Glück.

 

3.   Danke, für deinen reichen Segen. Danke, für jeden neuen Tag. Danke, dass stets auf unsern Wegen deine Güte lag.

 

4.   Danke, dass Menschen uns begleiten. Danke, für Nähe und Geduld. Danke, für Trost in schweren Zeiten und vergebne Schuld.

 

5.   Danke, du hast dein Licht entzündet mitten in allem Abschiedsleid. Danke, dass du uns lässt empfinden Glanz der Ewigkeit.

 

Gedanken

 

Ein neues Jahr – und auf einmal sehen wir uns mit einer Forderung konfrontiert, die uns aus der Bahn werfen kann. „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Lk 6,36 Was soll das bloß bedeuten?

 

Barmherzig zu sein heißt, sein Herz zu öffnen, die Not anderer Menschen wahrzunehmen und entsprechend zu handeln. Barmherzigkeit bedeutet: Ich bin innerlich betroffen von dem, was mir begegnet und ich überlege mir, was für ein Handeln dadurch von mir gefordert wird. So haben es unsere katholischen Schwestern und Brüder formuliert.

 

Damit kommen wir in die Zwickmühle, denn diese Aussage erfordert einen ehrlichen Blick auf unsere Gefühle. Und es erfordert gelegentlich auch mal das Hinwenden zum anderen, ob er nun ganz nahe ist oder fern.

 

Hand aufs Herz: Was steht denn wirklich im Mittepunkt unseres Sinnen und Trachtens? Oder anders herum: Warum achten so viele von uns auf das, was sich auf ihrem Konto befindet oder wessen Name im Grundbuchauszug steht? Ganz genau, wir sind es zu allererst selbst, an die wir denken. Der ganz überwiegende Teil von uns stellt sich selbst in den Mittelpunkt.

 

Aber es gibt auch andere. Wenn ältere Menschen, von denen ich weiß, dass die Rente nicht so dicke ist, bei der Diakoniesammlung ein Tütchen füllen, für Brot für die Welt ein Tütchen füllen und mir dann noch einen Briefumschlag in den Briefkasten werfen und es steht drauf: Lieber Herr Pfarrer, nehmen Sie es, wo Sie es am nötigsten brauchen, dann weiß ich, dass diese Menschen so ziemlich alles, was sie übrig haben, gerade gespendet haben.

 

Anderes Beispiel: Frank Zander macht seit vielen Jahren zu Weihnachten ein großes Fest für Obdachlose in Berlin. Das ging 2020 nicht, wegen Corona. Das war besonders schade, denn eigentlich sollte das 25-jährige Jubiläum gefeiert werden. Deshalb hat sich Frank Zander dieses Jahr „WEIHNACHTEN MIT FRANK ZANDER *ON TOUR“ ausgedacht. Und so wurden Essen und Geschenke wie warme Decken zu den Obdachlosen gebracht. Darüber hinaus gab es Spenden an die unterschiedlichsten Suppen-busse und Organisationen, die Obdachlose in und um Berlin unterstützen.

 

Beide Beispiele sind gelebte Barmherzigkeit. Und es ist gleichzeitig auch eine Form, Danke zu sagen für all das, was einem im Leben schon gegeben wurde. Die alte Dame gibt ab, was sie kann, weil sie es will und Frank Zander bedankt sich auf diese Weise für den Reichtum, den er an seiner Karriere verdient hat.

 

Das ist alles ganz anders als das, was Paulus an die Philipper geschrieben hat. „Ich bin aber hocherfreut in dem Herrn, dass ihr wieder eifrig geworden seid, für mich zu sorgen;“ Da dankt einer dafür, dass ihn andere versorgt haben und schiebt sofort Kritik hinterher: „… ihr wart zwar immer darauf bedacht, aber die Zeit hat's nicht zugelassen.“ Und er setzt noch einen drauf: „Ich sage das nicht, weil ich Mangel leide; denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen“, und jeder, der hinhört, bekommt den Eindruck, da redet einer, der es eigentlich gar nicht nötig hätte, es aber mal annehmen will. Der letzte Satz ist dann der Höhepunkt: „Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.“

 

Es tut weh, das zu hören und zu lesen, denn Paulus war einer, der viel für unseren Glauben und seine Verbreitung getan hat. Vielleicht ist es ganz gut, dass auch ein solcher Text durch die Reform der Predigtreihen aufgenommen wurde. Er zeigt ganz deutlich die menschlich-arrogante Schwäche, auch bei einem der ganz Großen, der der überwiegende Teil von uns ausgesetzt ist.

 

Spätestens an diesem Punkt wird mir klar, wie nötig wir die diesjährige Jahreslosung haben. „Seid barmherzig“, das gilt für mich, für euch, für uns alle. Seid barmherzig miteinander und füreinander. Seid barmherzig mit den fernen Nächsten und den nahen Nächsten, die uns doch so fern sind.

 

Denn dann, wenn uns das gelingen mag, können wir in der Liebe Gottes leben. Denn dann können wir uns ganz und gar auf den einen einlassen, der an Weihnachten als Säugling in die Welt kam und an Karfreitag für uns ans Kreuz ging. Das möge unser Ziel sein im neuen Jahr. Amen

 

EG+ 93 Anker in der Zeit

 

Fürbittgebet

 

Öffne uns die Augen, Gott, dass wir sehen können, worauf es ankommt. Dann werden wir die vielfältigen Farben der Welt entdecken - und leben.

 

Dann werden wir einen lohnenden Sinn entdecken - und leben.

 

Dann werden wir Augen bekommen für die Menschen um uns herum - und leben.

 

Dann wird uns das Leben leuchten wie die Sonne; denn du öffnest uns die Augen, Gott, dass wir sehen können, worauf es ankommt.

 

Und in der Gemeinschaft der Christen beten wir weiter:

 

Vater unser im Himmel.

 

Geheiligt werde dein Name.

 

Dein Reich komme.

 

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

 

Unser tägliches Brot gib uns heute.

 

Und vergib uns unsere Schuld,

 

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

 

Und führe uns nicht in Versuchung,

 

sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

 

 

So segne und behüte uns in dieser Zeit, die so stark von Hoffnung und Angst geprägt ist, in diesem neuen Jahr, dass bestanden werden will, der behütende und tragende Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

2. Sonntag nach Weihnachten

Jesus – das Wunder, das uns verwundert zurücklässt.

Predigttext: Lk 2,41-52

Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest. Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes. Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem und seine Eltern wussten's nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten. Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

Gelobt sei Jesus Christus. Amen

Worte aus Psalm 100:

Jauchzet dem Herrn, alle Welt!

Dienet dem Herrn mit Freuden,

kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!

Erkennet, dass der Herr Gott ist!

Er hat uns gemacht und nicht wir selbst

zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu

seinen Vorhöfen mit Loben;

danket ihm, lobet seinen Namen!

Denn der Herr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig

und seine Wahrheit für und für.

Wir wollen beten:

Gott, du hast der dunklen und verlorenen Welt dein Licht geschenkt: Jesus Christus, deinen Sohn. Wir bitten dich: Gib uns Anteil an seinem Leben, sende auf uns herab deinen Heiligen Geist, der neues Leben schafft. Auf dich hoffen wir in Zeit und Ewigkeit. Amen

 

EG+ 102: Da wohnt ein Sehnen tief in uns

Aus urheberrechtlichen Gründen haben wir den Text hier nicht veröffentlicht!

 

Gedanken

Es ist jedes Jahr ein Wunder, dass wir uns bewusst machen: Jesus kommt als Säugling unter den schwierigsten hygienischen und sozialen Umständen zur Welt und überlebt. Und die Wunderreise mit ihm geht weiter. Auch wenn in den vier Evangelien nur wenig von seiner Kindheit und Jugend geschrieben steht, gibt es doch dieses eine einschneidende Ereignis. Es ist die Geschichte eines Zwölfjährigen, der erstmals in seinem Leben mit in die große, weite Welt darf, in den Tempel zu Jerusalem.

Ich erinnere mich, wie das war, als ich zwölf war. Mal einkaufen in die Stadt oder mal ins Kino waren das höchste der Gefühle. In der Regel war das aber immer verbunden mit Hinbringen und Abholen durch die Eltern.

Heute ist das alles deutlich entspannter. Da fährt ein Zwölfjähriger schon mal durch die ganze Republik. Ja, unsere Kinder und Kindeskinder sind schon so weit, dass sie sich selbständig und ohne Aufsicht in viel größeren Kreisen bewegen als wir. Aber die Zeiten ändern sich.

Jesu Eltern waren schon ziemlich entspannt. Sie machen sich auf den Heimweg in der festen Überzeugung, ihr Sohn wird schon bei irgendwelchen Verwandten oder Freunden sein. Erst nach einer Tagesreise am Abend, als sich alles zur Übernachtung trifft, stellt sich heraus: Das Kind ist nicht da!

Also zurück nach Jerusalem und alles abklappern. Dass Jesus im Tempel sitzen könnte und dort alte Männer mit seiner Weisheit und seinem Verständnis begeistert, das können die Eltern nicht ahnen. Ich vermute eher, sie suchten ihn im antiken Äquivalent zu unseren heutigen Diskotheken und Kneipen.

Damit kommen wir dorthin, wo wir uns verwundern. Was macht dieser Kerl, der gerade auf dem Weg ist, ein Jugendlicher zu werden? Wieso sitzt der mit alten Männern zusammen und diskutiert, anstatt sich mal ein bisschen den Wind um die Nase wehen zu lassen?

Ja, Wunder über Wunder, die wir nicht verstehen können. Und dann kommt noch dazu, wo so ein Bursche, der bestenfalls ein bisschen Lesen in der Synagoge gelernt hat und zur Ausbildung bei seinem Vater ist, diese umfangreiche Weisheit her hat, um seine Gegenüber im Tempel so zu beeindrucken?

Das Jahr beginnt für uns gleich am ersten Sonntag mit einem ganzen Haufen Wunder, die uns verwundert zurücklassen. Das ist gerade in diesem Jahr sehr gut. Wir suchen Wunder, wir sehnen uns danach. Wir wollen das Wunder erleben, dass wir uns endlich wieder frei bewegen können, dass wir uns treffen können, wann und wo und mit wem auch immer wir wollen. Vielleicht würde der ein oder andere auch gerne mal wieder in einer richtig vollen Kirche sitzen und einen abwechslungsreichen Gottesdienst, ein Konzert oder eine Aufführung genießen. Das wäre wirklich ein Wunder.

Wir wollen uns darauf verlassen, dass uns in diesen dunklen Tagen ein Licht begegnet, ein echtes Wunder, dass uns Hoffnung schöpfen lässt. Ich bin mir sicher, dass wird uns begegnen und zwar dort, wo wir am wenigsten damit rechnen. Damit sind wir dann wieder ganz nah bei den Eltern Jesu, die ihren Filius dort fanden, wo sie nun wirklich nicht mit ihm rechneten – im Tempel. Amen 

Fürbittgebet

 

Wir wollen im Frieden zu Gott, unserem Vater, rufen und ihn bitten:

 

Wir bitten dich, Gott, um dein Geleit auf unserem Weg durch das Leben und um das Wort, das uns Kraft gibt und Tag für Tag befreit.

 

Wir bitten dich für alle, die mit uns gehen, für unsere Angehörigen und Freunde, für unsere Nachbarn und für die Menschen, mit denen wir die Arbeit teilen, ob im Beruf oder im Ehrenamt.

 

Wir bitten dich für unsere Gemeinde, für die ganze Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit und vor allem für die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, die mit ihren Entscheidungen die Weichen stellen, wie es weitergeht.

 

Wir bitten dich für alle Menschen und die Gemeinschaft der Völker, für alle, die politische Verantwortung tragen, dass sie den Weg des Friedens und der Gerechtigkeit gehen und allen mit ihren Entscheidungen zu Gesundheit verhelfen.

 

Wir bitten dich für die Menschen, die Schweres zu bewältigen haben, die müde werden auf ihrem Weg, für die Mutlosen und Schwermütigen, für die Kranken und Sterbenden.

 

Du hast dich über uns erbarmt, Gott, unser Vater. In deinem Sohn hast du uns den Weg zum Leben gewiesen. Hilf uns durch deinen Geist, dass wir ihn gehen, bis ans Ziel.

Und in der Gemeinschaft der Christen beten wir weiter:

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Der Herr segne uns und behüte uns, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen.