Himmelfahrt

Es ist Himmelfahrt, der 21. Mai 2020. 10 Wochen haben wir keinen Gottesdienst feiern können. Wir haben uns andere Wege gesucht. Gottesdienste und Friedensandachten zum Mitnehmen, Orgelkonzert, das aus dem Kirchturm schallte, Orgelmusik an den Sonntagen zum Zuhören, manchmal sogar mit einem Segen verbunden.

 

Telefonate, Gespräche über den Gartenzaun und in den offenen Kirchen, Videoandachten und noch viel mehr. Und es wurde angenommen. Christliche Gemeinschaft entstand, wo niemand damit gerechnet hat.

 

Bei aller Sorge und Angst ist eines ganz sicher: Auch Corona geht irgendwann vorbei.

 

Psalm 47 und Mk 16

 

Jesus Christus wurde aufgehoben gen Himmel

 

und setzte sich zur Rechten Gottes.

 

Schlagt froh in die Hände, alle Völker,

 

       und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!

 

Denn der Herr, der Allerhöchste, ist zu fürchten,

 

       ein großer König über die ganze Erde.

 

Gott fährt auf unter Jauchzen,

 

       der Herr beim Schall der Posaune.

 

Lobsinget, lobsinget Gott,

 

       lobsinget, lobsinget unserem Könige!

 

Denn Gott ist König über die ganze Erde;

 

       lobsinget ihm mit Psalmen!

 

Jesus Christus wurde aufgehoben gen Himmel

 

und setzte sich zur Rechten Gottes.

 

 

 

Bittruf

 

Wer ist Herr in der Welt, in unserem Leben?

 

Oft meinen wir: der Zufall, das Böse, der Tod.

 

Dann werden wir traurig und bitter.

 

Unser Herz verkrampft sich, wird hart.

 

Wir brauchen Gottes Erbarmen: Herr, erbarme dich.

 

 

 

Lobpreis

 

Christus, du hast uns nicht aus den Augen verloren.

 

Du hörst unser Beten und wirst bei uns sein alle Tage.

 

Darum loben wir dich und deinen Namen: Christus, der Gesalbte, der uns allen voran gegangen ist in das Reich, das ewig ist.

 

 

 

Tagesgebet

 

Herr Jesus Christus, du bist bei Gott, dem Vater, unsere Augen können dich nicht sehen. Hilf uns, darauf zu vertrauen, dass du uns dennoch nahe bist, damit wir ohne Furcht leben können.

 

Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen

 

 

 

Schriftlesung Joh 17,20-26

 

Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

 

 

 

Predigt

 

Der Friede unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen. Amen

 

Liebe Gemeinde,

 

Seit vielen Jahren gibt es die Aktion sieben Wochen ohne, eine Aktion für die Fastenzeit. In diesem Jahr waren es zehn Wochen ohne Gottesdienst. Der Anfang lag noch mitten drin in der Fastenzeit. Und dann die Katastrophe: Ostern ohne richtige Gottesdienste. Keine Osternacht, kein Abendmahl, kein gemeinsames Osterfrühstück. Sicherlich hat vielen ganz viel gefehlt.

 

Doch Himmelfahrt ist neben Weihnachten und Ostern das größte Zeichen der Hoffnung für uns. Jesus setzte ein Zeichen. Er verdeutlichte, dass es nach all dem menschlich-irdischen Leben weiter gehen wird. Niemals allein sein, immer von Gott begleitet, so haben wir auch diese Zeit fürs erste überwunden.

 

Denn nun dürfen wir uns freuen, dass wir, so wie es jetzt aussieht, Himmelfahrt und Pfingsten und vielleicht sogar darüber hinaus Gottesdienste feiern können. Ich wage nicht vorherzusagen, ob das noch länger klappt, auch wenn wir im Kirchenvorstand einen Gottesdienstplan bis Ende Juli aufgestellt haben. Das liegt nicht in unserer Hand.

 

„Jesus Christus spricht: Ich bitte aber nicht allein für sie,“ gemeint sind die Jünger, „sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien.“

 

In diesen Zeiten brauchen wir Zuspruch. Das haben die vergangenen Wochen gezeigt. Alleine, isoliert, verlieren wir an Glauben, werden wir krank, vereinsamen. Dann geht es uns schlecht. Wie gut tut da ein Hoffnungsstrahl.

 

In Sterkelshausen werden wir heute die neuen Antependien vorstellen. Das Wort „ante“ heißt vor und pendium kommt von dem lateinischen pendere – hängen. Es ist eigentlich ein Vorhang, der den unteren Teil des Altars verhüllen sollte. Antependien sind sozusagen Altar-Schmuckvorhänge. Später, mit dem Aufkommen der Kanzeln, wurden auch für diese in Kombination mit dem Altarschmuck ein Vorhang angefertigt.

 

Die neuen Antependien in Sterkelshausen zeigen vor dem Altar ein Schiff und vor der Kanzel eine Taube. Das Schiff ist seit den Zeiten des neuen Testamentes ein Zeichen für Gemeinschaft oder Gemeinde. Immer wieder wurden Geschichten erzählt, in denen Jesus mit seinen Jüngern mit dem Boot über den See Genezareth übersetzte. Meist war das mit einem Sturm verbunden oder mit dem Wandel über das Wasser. Immer aber ging es um die Verbindung im Glauben zwischen Jesus und seinen Jüngern. Im Glauben an Jesus sollten die Jünger Vertrauen auf ihre ganz eigene Glaubensmacht finden. Ob im Sturm oder beim Seewandel, immer wieder sprach Jesus auch von Kleingläubigen, die nur wegen einem Mangel an Glauben in dieser Situation verzweifelten.

 

Die Taube ist ein Zeichen für den Heiligen Geist, aber auch für Gott höchstselber beispielsweise bei der Taufe Jesu. Ohne diesen Geist, der der Teil Gottes ist, der uns Glauben, Hoffnung und Liebe schenkt, sind wir nichts, können wir nicht Teil der christlichen Gemeinde sein.

 

Damit komme ich zurück auf das, was uns in diesen zehn Wochen ausgemacht hat: Es war die Angst, die auch die Jünger gepackt hat und der Vertrauensverlust. Es war fehlende erfahrbare Liebe, die uns durch Isolation genommen wurde. Sie war auf einmal nicht mehr erlebbar.

 

Aber es gab andererseits Dinge, die uns Kraft und Liebe und Trost geschenkt haben. Sie mögen ungewohnt gewesen sein, aber sie waren da. Da entdeckten auf einmal Menschen Andachten im Internet. Da fanden Menschen Wege in die jetzt tagsüber geöffneten Kirchen, da wurden Gottesdienste zum Mitnehmen und Weitergeben zu Worten der Hoffnung.

 

Liebe Gemeinde,

 

es ist schön sie alle zu sehen, auch wenn wir uns im Augenblick meist hinter Masken verstecken müssen. Aber es war auch schön, wenn mich so oft ein kleines Danke im Briefkasten oder auf den Altären erreichte, an Danke an Gott, an Mitmenschen, die sich kümmerten, ein Dank für ein Wort, eine Geste, einen netten Gruß. Es zeigte, dass wir bei aller Angst vor der Krankheit, bei aller Zurückgezogenheit nicht alleine waren. Das Schiff, dass von nun an den Altar in Sterkelshausen schmücken wird, es wird für uns zum Zeichen der Gemeinschaft. Und die Taube, die von nun an die Kanzel schmücken wird, wird zum Zeichen Gottes als Heiliger Geist, der stets über uns wacht und bei uns ist, ganz egal wie klein unser Glaube manches Mal sein mag.

 

So sei der Friede Gottes, der größer ist als alle menschliche Vernunft gerade in diesen Zeiten bei uns. Amen

 

 

 

Fürbittgebet

 

Gott, Herr allen Lebens, wir danken dir dafür,

 

dass du die Weite des Alls und die bewohnte Welt

 

mit schöpferischer Kraft erfüllst

 

und mit deiner grenzenlosen Güte trägst.

 

Wir bitten dich für die Christen aller Kirchen in der Welt: Mach sie mutig, den Herrschaftsansprüchen über Welt und Menschen entgegenzutreten, der Verherrlichung von Macht und Gewalt zu widerstehen und den Bedrohungen deiner guten Schöpfung wirkungsvoll zu begegnen.

 

Wir bitten dich für unsere gefährdete und zerrissene Welt:

 

Wehre allen Mächten, die sie zerstören. Halte alle, die in Wissenschaft und Technik, in Wirtschaft und Politik arbeiten, bei ihrer Verantwortung für ein menschenwürdiges Leben fest. Gib denen, die sich für ein friedliches Miteinander der Völker und Menschen einsetzen, den unzerstörbaren Glauben an Frieden und Einheit.

 

Wir bitten dich für die Menschen, denen der Himmel verschlossen ist, deren Fragen unbeantwortet sind, denen ihr Leben leer erscheint. Lass die Gebeugten wieder aufrecht gehen, den Engherzigen nimm die Angst vor der Weite. Öffne den Rückwärtsschauenden den Blick in die Zukunft, die Zerstrittenen lass das erste Wort der Versöhnung wagen.

 

Dich loben wir, denn du erhältst deine Schöpfung,

 

befreist uns zu dir und vollendest deine Welt.

 

Und gemeinsam beten wir weiter:

 

 

 

Vater Unser

 

Vater unser im Himmel

 

Geheiligt werde dein Name.

 

Dein Reich komme.

 

Dein Wille geschehe,

 

wie im Himmel, so auf Erden.

 

unser tägliches Brot gib uns heute.

 

Und vergib uns unsere Schuld,

 

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

 

Und führe uns nicht in Versuchung,

 

sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Denn dein ist das Reich

 

und die Kraft und die Herrlichkeit

 

in Ewigkeit. Amen.

 

 

 

Und so segne und behüte uns der haltende und tragende Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. AMen

 

Rogate 17.05.2020

Beten – das ist bitten und danken – für mich und für andere!

 

Predigttext Mt 6,5-15

 Vom Beten. Das Vaterunser

 5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. 7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. 9 Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. 10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. 11 Unser tägliches Brot gib uns heute. 12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.  14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.

 

Worte aus Psalm 66

 Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft

 noch seine Güte von mir wendet. Halleluja.

 Kommt her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet;

 ich will erzählen, was er an mir getan hat.

 Zu ihm rief ich mit meinem Munde

 und pries ihn mit meiner Zunge.

 Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen,

 so würde der Herr nicht hören.

 Aber Gott hat mich erhört

 und gemerkt auf mein Flehen.

 Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft

 noch seine Güte von mir wendet. Halleluja.

 

EG 624 Lieber Gott, ich danke dir

 1+3. Lieber Gott, ich danke dir, dass du bei mir bist,

 dass du alle Menschen liebst und mich nicht vergisst,

 dass du alle Menschen liebst und mich nicht vergisst.

 2. Dass ich mit dir sprechen kann und du hörst auf mich.

 Lieber Gott, ich danke dir, und ich lobe dich,

 Lieber Gott, ich danke dir, und ich lobe dich.

 

Gedanken

 Rogate – ein eindeutig – zweideutiger Sonntag. Denn das Wort Rogate hat zwei Bedeutungen, die alles sehr einseitig reduzieren. Rogate bedeutet sowohl beten als auch bitten. Damit wird unser Verhältnis zu Gott in eine Ecke gedrückt. Wollen wir, wollen Sie das zulassen?

 Für manchen Menschen teilen Gebete die Tage ein: Beim Aufstehen ein fröhliches Dankgebet für den guten Schlaf, eine Bitte um einen gelingenden Tag und noch ein Gedanke an die Menschen, die einem heute begegnen mögen. Der Mittag unabänderlich verbunden mit einem Tischgebet. Und der Gang ins Bett, das Erreichen der Nachtruhe ist für manchen ohne einen Tagesrückblick im Gebet kaum möglich. In allen Gebetszeiten aber ist Bitte und Dank enthalten. Wenn eines davon fehlt, dann fehlt dem Betenden etwas.

 Und dann gibt es selbstverständlich diejenigen unter uns, denen das Gebet entwichen ist, der treue Begleiter aus ihren Kindertagen. Vielleicht aber auch war die Kindheit so gestaltet, dass das Gebet ganz fehlte.

 Seit acht Wochen sammeln sich Zettel mit Sorgen, Bitten und Dank auf den Altären unserer Gemeinde. An Himmelfahrt werden wir sie in die Gottesdienste einbringen. Vielfältig sind die Wünsche, meist für andere. Besonders haben mich die vielen Danksagungen berührt.

 In Licherode haben die Kinder vom Kindergottesdienst einen Strauß auf dem Altar gestaltet – mit Dingen, die sie gerne machen möchten, wenn sie es endlich wieder dürfen. Alle diese Wünsche haben etwas mit Gemeinschaft zu tun. Zusammen spielen, singen, umarmen, rumtoben, laufen, sich freuen – Aber alles nur zusammen. Und ich glaube, beinahe täglich sind Kinder in der Kirche und legen Sorgensteine zu den Zetteln und dem Wunschstrauß.

 Eine andere Mutter aus einem anderen Dorf erzählte mir, dass ihre Tochter sich bei jedem Geläut in die Kirche gezogen fühlt. Wieder ein anderes Kind ist beinahe täglich mit der Oma in der Kirche. Instinktiv, vielleicht vom Heiligen Geist berührt, bringen diese jungen Seelen ihre Wünsche, Bitten und ihren Dank unbewusst zu Gott. Genau das meint ROGATE! Wie wunderbar wäre es, wenn auch die, denen das Gebet abhanden gekommen ist, es wieder finden würden?

Noch ein Beispiel: In jedem Gottesdienst, den wir in den Kirchen feiern, ertönt zum Vater Unser das Geläut. Es ist das Zeichen für die daheim Gebliebenen, leise oder laut mit der Gemeinde in die altbekannten Worte einzustimmen. Und auch während dieser langen Corona-Wochen waren wir täglich um 19:30 Uhr und sonntags um 10:30 Uhr eingeladen, in das gemeinsame Gebet, unsichtbar und unhörbar und doch miteinander verbunden einzustimmen.

Wie wird das werden, wenn die vielen zusätzlichen Läutezeiten wegfallen? Merkt das überhaupt jemand? Oder wird die Frage danach so laut, dass wir es, wenn wir es irgendwann abgeschafft haben, es auch wieder einführen, weil es die Menschen so wünschen?

Rogate: Betet – das heißt Bittet und Danket! Die grammatikalische Form dieses lateinischen Wortes ist eine Aufforderung in der Mehrzahl. Nein, es ist keine einfache Befehlsform, die sich an den einzelnen wendet. Nicht bete, sondern betet! Ihr alle, zuhause, auf dem Feld, in der Fabrik, in der Kirche, auf der Straße, im Urlaub und gerade in diesen Zeiten in der Isolation: Ihr alle Betet! Und denkt dabei daran, das Beten nicht nur bitten, sondern auch danken heißt.

 Ein Gedanke kommt mir noch: Wenn wir tatsächlich an das Gebet denken, und daran, dass ein Gebet Bitte und Dank bedeutet, denken wir dann auch daran, den anderen, den Nächsten, aber auch den Fernen miteinzuschließen? Wie oft vergessen wir das und bitten nur für uns?

 Aber da sind noch mehr, die Gottes Hand brauchen, in die sie sich hinein kuscheln können. Da sind noch mehr, die einen helfenden Engel brauchen, der ihnen auf Gottes seltsamen Wegen auf einmal gesendet wird. Da sind noch mehr, die uns in unserem Alltag unterstützen, helfen, manchmal offensichtlich, manchmal unscheinbar, und die wir so oft einfach übersehen.

 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, empfängt, und wer da sucht, findet; und wer da anklopft, denen wird aufgetan. (Lk 11, 9-10) So hat Jesus gepredigt. Und sicherlich hat er auch damit gemeint: Und bitte, denkt auch an den anderen und vergesst den Dank nicht.

 Nun können wir wieder gemeinsam Gottesdienst feiern. Das ist schön. Und doch wollen wir manches erhalten: Offene Kirchen zum Beispiel. Da wird es auch zukünftig Orte geben, die uns die Möglichkeit geben, uns im Gebet zu versammeln, alleine, zu zweit, als Paar, Familie oder Gruppe.

 Ich lade Sie ein: Nutzen Sie die Möglichkeiten, die sich Ihnen zum Gebet bieten: Die Gebetsecke zuhause, ein Spaziergang in der Natur, ein paar Minuten in der Kirche. Dann werden Sie erkennen, wie sehr Sie durch diese kurzen Gebete mit Hoffnung, Glaube und Liebe erfüllen werden. Und ich bin mir sicher, dann wird Gott uns allen ganz nahe sein. Amen

 Fürbittgebet

 In dir sein, Gott, das ist alles.

 Das ist das Ganze, das Vollkommene, das Heilende. Die leiblichen Augen schließen, die Augen des Herzens öffnen und eintauchen in deine Gegenwart.

 Ich hole mich aus aller Zerstreutheit zusammen und vertraue mich dir an. Ich lege mich in dich hinein wie in eine große Hand.

 Ich brauche nicht zu reden, damit du mich hörst. Ich brauche nicht aufzuzählen, was mir fehlt. Ich brauche dich nicht zu erinnern oder dir zu sagen, was in dieser Welt geschieht und wozu wir deine Hilfe brauchen.

 Ich will nicht den Menschen entfliehen oder ihnen ausweichen. Den Lärm und die Unrast will ich nicht hassen. Ich möchte sie in mein Schweigen aufnehmen und für dich bereit sein.

 Stellvertretend möchte ich schweigen für die Eiligen, die Zerstreuten, die Lärmenden. Stellvertretend für alle, die keine Zeit haben. Mit allen Sinnen und Gedanken warte ich, bis du da bist.

 In dir sein, Gott, das ist alles, was ich mir erbitte. Damit habe ich alles erbeten, was ich brauche für Zeit und Ewigkeit.

  So beten wir auch in diesen Zeiten einsam und doch gemeinsam:

 Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

 Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

 Unser tägliches Brot gib uns heute.

 Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

 Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

 Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

 

Kantate 10.05.2020

Kantate – Singet dem Herrn ein neues Lied, aber bitte leise!

 

Predigttext: 2.Chr 5,2-5 und 12-14

 

Einweihung des Tempels

 

2 Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des HERRN hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion. 3 Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat gefeiert wird.

 

4 Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf 5 und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten.

 

12 Und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertundzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen. 13 Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus des HERRN erfüllt mit einer Wolke, 14 sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

 

Gelobt sei unser Gott. Halleluja

 

Worte aus Psalm 98

 

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Halleluja.

 

Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.

 

Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.

 

Der Herr lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.

 

Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes.

 

Jauchzet dem Herrn, alle Welt, singet, rühmet und lobet!

 

Lobet den Herrn mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel!

 

Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn, dem König!

 

Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.

 

Die Ströme sollen in die Hände klatschen, und alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn; denn er kommt, das Erdreich zu richten.

 

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.

 

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Halleluja.

 

Gedanken

 

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Gemeinde,

 

eben noch waren wir mitten in der Fastenzeit und jetzt sind wir schon fast am Ende der Osterzeit. Seit Corona uns im Griff hat, ergreift mich das Gefühl, dass an jedem Tag neue Veränderungen des Miteinanders kommen. Die Zeit scheint rasend an mir vorbei zu ziehen. Jeden Tag neue Rundverfügungen, Anordnungen, Ausführungsbestimmungen. Alles Dinge, die zu lesen sind. Und für jeden Text muss ich nachdenken, was müssen wir berücksichtigen, was ist für uns wichtig, was können wir getrost an die Seite legen. Ja, es ist eine wahrhaft hektische Zeit.

 

Aber Ihnen geht es vielleicht ganz anders. Tage- oder wochenlang sind Sie jetzt zu Hause isoliert. Wenn Sie mal an die frische Luft gehen, durchs Dorf schleichen, um nach der Nachbarin oder dem Nachbarn zu sehen oder vielleicht sogar Einkaufen fahren, schlagen Kinder, Freunde, Pfarrer und andere entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen. Dabei gehen Ihnen mittlerweile doch nur die Ideen aus, mit was sie sich beschäftigen können. Sie wollen doch nur Normalität, Menschen als Gegenüber.

 

Früher war diese Zeit Anfang Mai eine Zeit des Aufbruchs. Die meisten Konfirmationen waren vorbei, die langen Wochenenden im Mai und Juni luden ein zu Familientreffen, Kurzreisen und netten Feiern. Die Berufstätigen konnten mit wenigen Tagen Einsatz deutlich länger Urlaub machen. Und das soll nun, wenn auch nur in engem Rahmen, wieder möglich sein. Wir könnten laut vor Freude singen, wenn wir es doch nur dürften. Aber wir dürfen nicht. Ja, wir sollen noch nicht einmal singen, wo wir doch endlich Gottesdienste feiern dürfen. Ist das nicht ungerecht?

 

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Ps 98,1) So lautet der Wochenspruch für die Kantate-Woche. Doch wir sollen nicht singen, zumindest nicht laut. Ich habe da für mich etwas Neues entdeckt. Ich summe vor mich hin. Wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe und die Blumen bewundere, wenn ich in den letzten Tagen aus dem Fenster schaute und mich mach der langen Trockenheit am Regen erfreute oder nun an der Sonne, die das Nass des Regens in Segen verwandelt, wenn ich ein Buch zur Hand nehme, dass ich schon lange lesen wollte, dann summe ich eine Melodie. Und ich tue das zum Lob Gottes. Denn ich merke, bei allem Leid darf ich dennoch Gottes Schöpfung genießen.

 

In den letzten Wochen hat unsere Organistin Sigrid Reinhard angefangen, immer mal wieder Orgel in unseren Kirchen zu spielen. Einige kamen dann auch um zuzuhören. Selbstverständlich nur mit dem nötigen Abstand und bitte, wenn irgend möglich, auch mit MNB, Mund-Nase-Bedeckung, wie das offiziell heißt. Aber so oder so, es tut gut, mal nur so eine Stunde oder auch nur ein paar Minuten in einer Kirche beim Orgelspiel zu sitzen, den Text im Kopf, und bitte nur im Kopf, mitzusingen und dabei langsam runter zu kommen.

 

Spätestens bei der Nummer 501, Wie lieblich ist der Maien, merke ich: ich darf das Gute sehen, was um mich herum passiert. Das ist für mich das Zeichen für die kommende Woche. Es gibt auch das Schöne, das Wunderbare. Darum darf ich leise vor mich hin summen gerade in diesen Zeiten.

 

Guter Gott, so sagt es leise in mir drin, ich danke dir, dass ich all das sehen und erleben darf, trotz dem Schlechten, was auch da ist.

 

Ich lade Sie ein, es mitzutun und ein Lied vor sich hinzusummen. Das geht sogar mit MNB. Und zur Anregung hier der Text von diesem wunderbaren Mailied:

 

EG 501 Wie lieblich ist der Maien

 

1. Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt,

 

des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht.

 

Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid,

 

die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.

 

2. Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein!

 

Die Blüt zur Frucht vermehre, lass sie ersprießlich sein.

 

Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß;

 

drum wollst du von uns wenden Mehltau, Frost, Reif und Schloss’.

 

3. Herr, lass die Sonne blicken ins finstre Herze mein,

 

damit sich’s möge schicken, fröhlich im Geist zu sein,

 

die größte Lust zu haben allein an deinem Wort,

 

das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort.

 

4. Mein Arbeit hilf vollbringen zu Lob dem Namen dein

 

und lass mir wohl gelingen, im Geist fruchtbar zu sein;

 

die Blümlein lass aufgehen von Tugend mancherlei,

 

damit ich mög bestehen und nicht verwerflich sei.

 

Text: Martin Behm (1604) 1606 Melodie: Johann Steurlein 1575; geistlich Nürnberg 1581

 

Fürbittgebet

 

Du guter und lebendiger Gott, der du uns jedes Jahr aufs Neue dieses Wunder des Wachstums, des Grünens und Blühens schenkst, wir bitten dich heute für uns alle, deine Menschen:

 

Da sind die, die vor lauter Arbeit kaum noch ein oder aus wissen. Die, die im Pflegedienst arbeiten oder bei den Einsatzkräften wie Rotes Kreuz, Feuerwehr und Polizei:

 

Sei du bei ihnen und schenke ihnen Kraft, ihr Werk zu tun, Weisheit, die richtigen Entscheidungen zu treffen und den liebevollen Blick auf den Nächsten.

 

Da sind die, die sich immer noch nicht trauen oder trauen dürfen, ihre Kinder, Enkel und Urenkel zu sehen, ihre sterbenden Angehörigen zu begleiten, nicht nur aus Angst vor diesem Virus, sondern auch, weil es uns von Staats wegen dringend empfohlen wird.

 

Sei du bei ihnen und schenke ihnen Geduld mit sich, dem Leben und den Menschen um sie herum. Lass sie ertragen, was ihnen gerade auferlegt wird und gib ihnen die Freude, sich auf das Schöne zu freuen, was noch kommen wird.

 

Und dann sind da die Kinder und Jugendlichen, die sich nie hatten vorstellen können, dass man sich auf Schule freuen könnte. Die sehnsüchtig darauf warten, dass sie endlich die Freunde, die Klassen- und Sportkameraden wiedersehen können.

Gib ihnen, auch wenn sie noch jung sind, die Weisheit und den Mut, gut und sorgsam mit sich und den anderen umzugehen, damit niemand einem Risiko zu viel ausgesetzt wird.

 

Und so beten wir gemeinsam mit allen, die sich in dem Glauben an Jesus Christus verbunden fühlen:

 

Vater Unser im Himmel,

 

geheiligt werde dein Name,

 

dein Reich komme,

 

dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden.

 

Unser tägliches Brot gib uns heute

 

Und vergib uns unsere Schuld,

 

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

 

Und führe uns nicht in Versuchung,

 

sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.


Jubilate 03.05.2020

Jubilate – Jubelt! Jubelt die Angst weg!

 

Predigttext Joh 15,1-8

 Der wahre Weinstock

 15 1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

  Aus Psalm 66

 Jauchzet Gott, alle Lande; lobsinget zur Ehre seines Namens;

 rühmet ihn herrlich! Halleluja.

 Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!

 Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

 Alles Land bete dich an und lobsinge dir,

lobsinge deinem Namen.

 Kommt her und sehet an die Werke Gottes,

 der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

 Er verwandelte das Meer in trockenes Land,

 sie gingen zu Fuß durch den Strom;

 dort wollen wir uns seiner freuen.

 Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,

 seine Augen schauen auf die Völker.

 Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.

 Lobet, ihr Völker, unseren Gott,

 lasst seinen Ruhm weit erschallen,

 der unsere Seelen am Leben erhält

 und lässt unsere Füße nicht gleiten.

 Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert,

 wie das Silber geläutert wird;

 du hast uns in den Turm werfen lassen,

 du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt,

 du hast Menschen über unser Haupt fahren lassen,

 wir sind in Feuer und Wasser gekommen.

 Aber du hast uns herausgeführt und erquickt.

 Jauchzet Gott, alle Lande; lobsinget zur Ehre seines Namens;

 rühmet ihn herrlich! Halleluja.

      EG 432 Gott gab uns Atem, damit wir leben

 1. Gott gab uns Atem, damit wir leben.

 Er gab uns Augen, dass wir uns sehn.

 Gott hat uns diese Erde gegeben,

 dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

 Gott hat uns diese Erde gegeben,

 dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

 2. Gott gab uns Ohren, damit wir hören.

 Er gab uns Worte, dass wir verstehn.

 Gott will nicht diese Erde zerstören.

 Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

 Gott will nicht diese Erde zerstören.

 Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

 3. Gott gab uns Hände, damit wir handeln.

 Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.

 Gott will mit uns die Erde verwandeln.

 Wir können neu ins Leben gehn.

 Gott will mit uns die Erde verwandeln.

 Wir können neu ins Leben gehn.

  Gedanken

 Wer denkt denn daran, dass der heutige Predigttext im Jahr 2011 Pate stand, als die Frage geklärt werden musste, wie denn die neu zusammen geschlossene Kirchengemeinde heißen sollte. Haben wir etwas Einmaliges? Das war die Frage, und die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher erinnerten sich an die Trauben am Kirchenhimmel in Oberellenbach. Damals noch weiß strahlen sie heute nach der Sanierung in tiefem blau mit grünen Blättern und goldenen Sternen auf grauem Grund.

 Als wir soweit waren mit den Sanierungsarbeiten, dass wir die Kirche wieder nutzen konnten, da waren viele froh, sehr froh sogar. Und jeder dachte, es ginge nun zügig weiter. Aber Irrtum, der Jubel war noch nicht ganz verhallt, da mussten wir feststellen, dass das alles doch nicht so schnell ging und gehen wird, wie erhofft. Noch wartet das Außengelände und die Wehrmauer auf die Instandsetzung. Aber in kleinen, leisen Schritten geht es weiter.

 Das gilt übrigens auch für die anderen Kirchen. Lange hat Sterkelshausen auf die neuen Antependien sparen und dann warten müssen. Und jetzt liegen sie im Pfarrhaus und warten auf den ersten Gottesdienst in Sterkelshausen, um sie endlich aufhängen zu können. Auch der barrierefreie Zugang hat lange gebraucht, aber nun scheint er doch in diesem Jahr noch was zu werden.

 Die Diskussionen um den Eingang in Licherode laufen im Hintergrund. Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Es bleibt hartnäckig zu sein und gelegentlich müssen wir auch mal um Erleuchtung und einen Anstoß beten.

 In Niederellenbach soll es eine mobile Rampe geben und eine Außenbeleuchtung bis zum Friedhof. Auch sie wird kommen, vielleicht nicht so rasch wie erhofft, dafür aber umso sicherer. Also jubelt ruhig. Dazu lädt dieser Sonntag Jubilate ein.

 Nein? Wir haben Corona, da haben wir nix zum Jubeln? Das möchte ich nicht glauben. Es wird wieder Gottesdienste geben, echte, keine auf dem Bildschirm. Die zuletzt genannten brauchen wir noch für die, die nicht mehr in die Kirche gehen können, aber auch, weil die echten vielleicht noch ein bisschen brauchen werden. Es werden Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Desinfektionsmittel, Masken vor dem Gesicht, Abstand zum anderen: das ist alles sehr unschön. Und doch dürfen uns diese kleinen Schritte jubeln lassen.

 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.

 So heißt es im Predigttext. Da steht nicht, dass alles sofort passiert. Da steht auch nicht, dass jeder von uns alles erleben wird. Dafür steckt die Gewissheit drin, dass wir, was auch immer wir bitten, nicht alleine sind.

 Als unsere Gemeinde nach dieser Bibelstelle und den Weinreben an unserem Kirchenhimmel Johanneskirchengemeinde genannt wurde, da, so glaube ich, geschah das in der Überzeugung, dass wir, egal was auch kommen mag, niemals alleine sein werden. Und gerade heute erinnern uns unsere Namen und die Weinreben daran, dass wir stehts zusammen sind. Auch wenn wir in unseren Häusern manche Zeit in Isolation verbracht haben, so gibt es doch Telefone, Emails, Handys und manchmal sogar einfach offene Fenster und Türen.

Sie können sich kaum vorstellen, wie sehr ich mich freue, wenn mich mal jemand anruft und sagt: herzlichen Dank für die Gottesdienste zum Mitnehmen, für die offenen Kirchen, für Geburtstagsgeschenke vor der Tür, für manches Gespräch auf der Straße, an der Tür oder am offenen Fenster.

 Und nicht nur Sie sind dafür dankbar, sondern ich auch. Dann merke ich sehr genau, dass wir nicht alleine sind, sondern dass es uns gut gehen darf miteinander und mit Gott – Corona zum Trotz.

 Und so wie wir gerade darüber nachdenken, wie wir die ersten Gottesdienste wieder zulassen können, ohne dass jemand gefährdet ist, so werden wir auch wieder völlig normale Zeiten erleben. Wir werden wieder zusammen feiern, den Grill anwerfen, uns den Kuchen schmecken lassen, Musik von Kirchenchor, Band und Orgel hören, zusammen singen und uns mit einem Lächeln im Gesicht und einer Träne im Auge in die Arme fallen.

 Das glauben wir und darauf vertrauen wir, gerade heute, gerade an Jubilate. Amen

 Wir beten:

 Guter Gott, es ist eine schwierige Zeit. Voll Sehnsucht hoffen wir auf Normalität und auf ein Zurück zu alten Gewohnheiten. Die Gesunden sehen noch immer im Fernsehen die Bilder von den Kranken. Die Enkel haben noch immer Angst um ihre Großeltern, die Eltern um ihre Kinder.

 Darum bitten wir dich: Sei du bei uns, wie du versprochen hast. Nimm die Sorgen und Ängste an, die die Menschen auf ihren Seelen tragen. Höre unsere Bitten und lass sie nicht einfach verklingen. Begleite die Menschen überall auf der Welt, die Kleinen und Großen, die Jungen und Alten, die Gesunden und Kranken, wie auch immer ihr Weg aussehen mag.

 Und alles, was uns bedrückt, legen wir in die Worte unseres Herrn Jesus Christus:

 Vater unser im Himmel

 Geheiligt werde dein Name

 Dein Reich komme

 Dein Wille geschehe

 Wie im Himmel so auf Erden

 Unser tägliches Brot gib uns heute

 Und vergib uns unsere Schuld

 Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

 Und führe uns nicht in Versuchung

 Sondern erlöse uns von dem Bösen

 Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen

 Und so segne und behüte uns unser dreieiniger Gott selbst in unserer Trauer und unserer Angst, aber auch in unserer Hoffnung, der Vater der Sohn und der Heilige Geist. Amen


Misericordias domini 26.04.2020

Barmherzigkeit Gottes – Barmherzigkeit unter uns

 

Predigttext 1.Petr 2,21-25

 

21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 25 Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

 

 

 

Lk 1,50 - Psalm 23

 

Die Barmherzigkeit des Herrn währet für und für

 

bei denen, die ihn fürchten. Halleluja.

 

 

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

 

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

 

Er erquicket meine Seele;

 

er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

 

Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück;

 

denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

 

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

 

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

 

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

 

und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

 

 

Die Barmherzigkeit des Herrn währet für und für

 

bei denen, die ihn fürchten. Halleluja.

 

 

 

Gedanken

 

Die Strophen stammen aus dem Lied EG 97 Holz auf Jesu Schultern

 

1. Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht.

 

Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

 

 

An diesem und den folgenden Wochenenden wurden in normalen Zeiten in vielen Gemeinden Konfirmationen gefeiert. Junge Menschen bekannten sich landauf – landab zum Glauben an den, der am Karfreitag ans Kreuz gegangen und Ostersonntag auferstanden war. Aber halt nur in normalen Zeiten.

 

Doch wir haben in diesem Jahr Corona-Zeiten. Konfirmationen sind abgesagt, Feste, Konzerte, Sportveranstaltungen, alles ist Corona zum Opfer gefallen. Aber ist die Sichtweise richtig? Ist es wirklich ein Opfer? Oder werden wir gerade an diesem Sonntag geerdet, auf das hingewiesen, was wir vielleicht vergessen haben?

 

 

2. Wollen wir Gott bitten, dass auf unsrer Fahrt Friede unsre Herzen und die Welt bewahrt.

 

Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

 

3. Denn die Erde klagt uns an bei Tag und Nacht. Doch der Himmel sagt uns: Alles ist vollbracht!

 

Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

 

 

Der zweite Sonntag nach Ostern ist seit jeher der Hirtensonntag. Die Geschichte von Jesus als gutem Hirten steht im Mittelpunkt. Und auch der Psalm 23, der mit den Worten „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ beginnt, fällt uns dazu wieder ein. Doch höre ich so manches Mal die zweifelnden Fragen: Wo ist er denn nun, unser guter Hirte? Wieso mangelt es so vielen zurzeit an Gesundheit? Warum dürfen wir nicht unter dem Dach von Kirche und Familie das Glaubensbekenntnis der Konfirmandinnen und Konfirmanden feiern? Schwierige Fragen, die zu beantworten uns schwerfällt. Die Antwort kann nur heißen: Weil eine Krankheit rund um den Erdball läuft, die vor keiner Grenze, vor keinem Volk, vor keiner Familie halt macht.

 

 

 

4. Wollen wir Gott loben, leben aus dem Licht. Streng ist seine Güte, gnädig sein Gericht.

 

Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

 

 

Dann spricht jemand: Aus meiner Familie ist niemand betroffen. Wir können doch eigentlich feiern. Warum werden wir bestraft wie alle anderen? Wir haben doch gar nichts gemacht. Wir sollten doch feiern können.

 

 

5. Denn die Erde jagt uns auf den Abgrund zu. Doch der Himmel fragt uns: Warum zweifelst du?

 

Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

 

6. Hart auf deiner Schulter lag das Kreuz, o Herr, ward zum Baum des Lebens, ist von Früchten schwer.

 

Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

 

 

Dieses egoistische Denken hat uns lange fest im Griff gehalten. Immer war nur das „ICH“ im Vordergrund. Nur eine Minderheit kümmerte sich um Flüchtlinge, Alleinstehende, Alte und Sozialhilfeempfänger. Doch nun beginnen wir langsam, anders zu denken. Wir müssen als Weltgemeinschaft, als Menschheit denken. Die Egoisten, die die Schuld immer bei anderen suchen, sollen einen neuen Weg gehen. Die Menschen, die nur ihr eigenes Hab und Gut in den Mittelpunkt stellen, finden hoffentlich zu einem neuen Blick. Und die, denen die Gemeinschaft so wichtig ist, finden Schwestern und Brüder, die mit ihnen gehen.

 

Am Ende des Predigttextes für diesen Sonntag steht folgender Satz: „Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.“ (1. Petr. 2,25)

 

Ostern liegt hinter uns, Himmelfahrt und Pfingsten liegen vor uns und auf die Konfirmationen müssen wir noch warten. Aber wir haben immer noch die Möglichkeit, gerade jetzt, wo die richtigen Wege im Miteinander gesucht werden, erfüllt von Nächstenliebe und Zuneigung zu unserem göttlichen Hirten sorgsam mit- und füreinander umzugehen.

 

Misericordias Domini: Die Barmherzigkeit unseres Herrn wurde am Kreuz überdeutlich sichtbar. Sind wir bereit, den Weg, den Jesus gegangen ist, mitzugehen? Sind wir bereit, uns vorbehaltlos für den anderen einzusetzen? Wollen wir endlich umsetzen, dass alle gleich sind? Wollen wir weg vom „immer Mehr“ hin zu einem „alle sind gleich und privater Besitz zählt nichts“?

 

Das hört sich so unsagbar schwer an. Aber jetzt haben wir die Chance, andere Wege zu gestalten, neue Perspektiven zu entwickeln. Das müssen wir laut tun, damit uns auch diejenigen hören, die in Politik, Wirtschaft und den Leitungsebenen das Sagen haben. Lassen Sie uns rufen, denn dann werden wir gemeinsam auch diese weltumspannende Krise überwinden.

 

Und der Friede Gottes, der größer ist als all das, was sich Menschen ausdenken können, sei mit uns allen. Amen

 

 

Wir beten:

 

Guter Gott, es ist eine schwierige Zeit. Voll Sehnsucht hoffen wir auf Normalität und auf ein zurück zu alten Gewohnheiten. Die Gesunden sehen in ihrer Isolation im Fernsehen die Bilder von den Kranken. Die Enkel haben Angst um ihre Großeltern, die Eltern um ihre Kinder.

 

Darum bitten wir dich: Sei du bei uns, wie du versprochen hast. Nimm die Sorgen und Ängste an, die die Menschen auf ihren Seelen tragen. Begleite die Menschen überall auf der Welt, die Kleinen und Großen, die Jungen und Alten, die Gesunden und Kranken, wie auch immer ihr Weg aussehen mag.

 

Und alles, was uns bedrückt, legen wir in die Worte unseres Herrn Jesus Christus:

 

Vater unser im Himmel

 

Geheiligt werde dein Name

 

Dein Reich komme

 

Dein Wille geschehe

 

Wie im Himmel so auf Erden

 

Unser tägliches Brot gib uns heute

 

Und vergib uns unsere Schuld

 

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

 

Und führe uns nicht in Versuchung

 

Sondern erlöse uns von dem Bösen

 

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen

 

Und so segne und behüte uns unser dreieiniger Gott selbst in unserer Trauer und unserer Angst, aber auch in unserer Hoffnung, der Vater der Sohn und der Heilige Geist. Amen

 


Quasimodogeniti 19.04.2020

Werden uns Flügel wachsen und werden wir mit neuer Kraft die Zukunft bestehen?

 

 

Predigttext Jes 40,26-31

 

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.

 

27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«?

 

28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.

 

29 Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden.

 

30 Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen;

 

31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

 

Worte aus Psalm 116

 

Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen. Halleluja.

 

 

Das ist mir lieb,

 

dass der Herr meine Stimme und mein Flehen hört.

 

Denn er neigte sein Ohr zu mir;

 

darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.

 

Stricke des Todes hatten mich umfangen,

 

des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen;

 

ich kam in Jammer und Not.

 

Aber ich rief an den Namen des Herrn:

 

Ach, Herr, errette mich!

 

Der Herr ist gnädig und gerecht,

 

und unser Gott ist barmherzig.

 

Der Herr behütet die Unmündigen;

 

wenn ich schwach bin, so hilft er mir.

 

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;

 

denn der Herr tut dir Gutes.

 

Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,

 

mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.

 

 

Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen. Halleluja.

 

Gedanken

 

Wenn wir uns umschauen, stellen wir fest, wie sehr sich die Welt unter Corona krümmt und windet. Ich höre das Ächzen und Stöhnen der Kranken und der Isolierten. Ich sehe die Tränen in den Augen derjenigen, die unter Trennung, Quarantäne, Krankheit und Tod leiden. Und es stellt sich mir die Frage: Wird die Welt, werden wir lernen, dass wir etwas ändern müssen? Wird die Bereitschaft wachsen, etwas ändern zu wollen? Und wenn ja, was wollen wir ändern?

 

In Kirchenkreisen laufen die Diskussionen um eine Ausweitung der Digitalisierung. In aller Munde sind Videoandachten auf Facebook und Youtube, digitale Gottesdienste auf Google-Drive und anderen Clouds. Alleine die Wortwahl macht mir Angst. Ich kann mir eine deutliche Ausweitung der Gottesdienste am Bildschirm nicht vorstellen. Und doch brauchen wir solche Formate. Das ist unbestritten. Aber muss jeder Dorfpfarrer zukünftig seine Gottesdienste in Bild und Ton ins Netz stellen? Das ist eine Frage in den aktuellen Diskussionen. Eine andere lautet: Darf es Gottesdienste in unseren Kirchen geben und wenn ja, mit wieviel Personen?

 

In den letzten Jahren nahmen die Gottesdienstbesucher rapide ab. Immer mehr Menschen sind ausgetreten, auch in unseren Dörfern. Die Gottesdienste zum Mitnehmen bleiben in manchen Kirchen liegen. Das ist traurig, aber wahr.

 

Jemand sagte zu mir: ich habe es noch nicht geschafft, in die Kirche zu gehen, seit sie offen ist. Frust macht sich in mir breit. In Ihnen auch, wenn Sie diese Worte lesen?

 

Und dann kommt diese Botschaft Gottes daher, die im Buch des Propheten Jesaja weitergegeben wird: Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass ihnen Flügel wachsen wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

 

Wer aufmerksam gelesen hat, dem ist es aufgefallen: dass ihnen Flügel wachsen wie Adler! So lautet die korrekte Übersetzung. Wie schön wäre das, wenn uns Flügel wachsen würden. Dieser Satz bedeutet, dass wir mutig werden, Angst überwinden, Schritte in eine neue, eine andere Zukunft wagen.

 

Die wird auch digital sein, Mensch von Mensch getrennt kommunizieren wir über Bildschirm, Mikrophon und Lautsprecher. Das heißt dann „Videokonferenz“. Das wird ein Teil unserer Zukunft sein. Aber noch viel wichtiger ist es, so finde ich, dass wir aufeinander zugehen, dass wir Hände reichen, Kontakte suchen und um Gebet ganz hautnah vereint sind.

 

„Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber“. Ja, wir glauben, wir brauchen keinen Gott für unser Alltagsgeschäft. Schneller, höher, weiter, mein Haus, mein Auto usw.; dass sind die Maßstäbe, an denen wir uns ausrichten. Doch der Sonntag Quasimodogeniti hält anderes für uns bereit.

 

„Wie eben erst geboren“ heißt dieser Sonntag übersetzt. Es ist der Sonntag des Neuanfangs. Ostern liegt hinter uns und mittlerweile hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass Jesus auferstanden ist. Etwas Neues ist geworden – aus dem Tod zum Leben.

 

Jetzt diskutieren wir darüber, ab wann wir wieder was dürfen. Wir wollen raus aus der Isolation, aus der Vereinsamung, aus der Trennung. Sind wir bereit, tatsächlich neues zu wagen?

 

Dieser Sonntag macht Mut, neues anzufangen, zu durchdenken, wie unser Zusammenleben besser sein kann, wie wir die Schöpfung, unseren Lebensraum besser erhalten können.

 

Lasst uns neue Ideen entwickeln, lasst sie uns laut denken, sagen und wagen. Nur dann kann sich etwas verändern. Lasst uns zurück kehren zu den Wurzeln unseres Zusammenlebens, friedlich, fürsorgend, gemeinschaftlich. Dann werden auch uns Flügel wachsen und das Wort Gottes gibt uns neue Kraft. Amen

 

 

Fürbittgebet und Vater Unser

 

Guter Gott, wir sind in Angst und Sorge in dieser Zeit. Und doch sehnen wir uns nach dem zurück, was vorher war – mit allen Sonnen- und Schattenseiten.

 

Doch du Gott machst uns ein Angebot: Du willst uns befreien, du willst uns helfen, retten und trösten.

 

Darum bitten wir dich: Sei unser Halt in Leiden und Gefahren, dass wir uns nicht auf uns selbst verlassen, auf irdische Güter und menschlichen Besitz, sondern von dir bitten und erwarten, was du uns geben willst: Mut zum Leben und die Bereitschaft, miteinander einen echten Neuanfang zu wagen.

 

Und so beten wir gemeinsam:

 

Vater Unser im Himmel,

 

geheiligt werde dein Name.

 

Dein Reich komme.

 

Dein Wille geschehe,

 

wie im Himmel so auf Erden.

 

Unser tägliches Brot gib uns heute

 

und vergib uns unsere Schuld,

 

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

 

Und führe uns nicht in Versuchung,

 

sondern erlöse uns von dem bösen,

 

denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

 


Karfreitag 10.04.2020

Besonders in schweren Zeiten sind wir Botschafter an Christi statt

 

 

2. Kor 5,14-21

 

14 Denn die Liebe Christi drängt uns, zumal wir überzeugt sind, dass, wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. 15 Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. 16 Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr. 17 Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

 

18 Aber das alles von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. 19 Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

 

20 So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!

 

21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

 

Worte aus Psalm 22

 

Du, Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!

 

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

 

Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.

 

Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht,

 

und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

 

Aber du bist heilig,

 

der du thronst über den Lobgesängen Israels.

 

Unsere Väter hofften auf dich;

 

und da sie hofften, halfst du ihnen heraus.

 

Zu dir schrien sie und wurden errettet,

 

sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.

 

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch,

 

ein Spott der Leute und verachtet vom Volk.

 

Alle, die mich sehen, verspotten mich,

 

sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:

 

“Er klage es dem Herrn, der helfe ihm heraus

 

und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.“

 

Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen;

 

du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter.

 

Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an,

 

du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.

 

Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe;

 

denn es ist hier kein Helfer.

 

Du, Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!

 

 

Gedanken

 

 

Wir sind Botschafter an Christi statt. So lautet die Feststellung im diesjährigen Predigttext an Karfreitag. Lasst euch versöhnen mit Gott. Aber was für eine Botschaft ist das? Das sollen wir weitergeben? Und vor allem: Warum gerade wir?

 

Paulus wirft in seinem 2. Brief an die Korinther nicht nur einen Blick zurück auf das Leiden und Sterben Jesu, sondern auch nach vorne auf das, was sich daraus entwickelt hat. Jesus ist nicht gestorben, so können wir den ersten Absatz übertragen, weil Gott ein Opfer für unsere Sünden verlangte, sondern um uns Menschen nicht nur im Leben, sondern auch im Leiden gleich zu werden.

 

Gerade in diesen schweren Tagen, wo viele Angst vor dieser gemeinen, unheimlichen und rücksichtslosen Krankheit haben, wird uns deutlich, dass Jesus genauso gelitten hat. Sein Leiden hat uns mit ihm ganz eng verbunden. Und durch sein Sterben hat der endgültige Tod für uns ein Ende gefunden. Paulus hat diesen wirklich schwierigen Sachverhalt in einen wunderbaren Satz gegossen: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

 

Das ist die Botschaft, die wir in diesen Tagen des weltweiten Leidens weitergeben sollen. Neues ist geworden. Egal wie lange es dauern wird, bis wir das gute Ende erreichen, wir dürfen uns in unserem Glauben in der Sicherheit wiegen, dass es ein DANACH geben wird.

 

Aber warum denn nun gerade wir? Und damit meine ich die ganz normalen Menschen. Für die Botschaft sind doch die ausgebildeten Botschafter zuständig: Die Theologen, die Pfarrer und Priester, die Diakone, die Bischöfinnen und Bischöfe und wer sonst noch was in Sachen Glauben und Religion zu sagen hat.

 

Liebe Leserin, lieber Leser, das ist ein Irrtum. Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Das sind die Worte von Paulus. Hier steckt die Antwort auf die Frage: „Warum gerade wir?“ drin!

 

Wenn wir von Jesus sprechen, dann sprechen wir von Gott. Und wenn wir vom Heiligen Geist reden, dann meinen wir ebenfalls Gott. Und auch Gott als Vater, als Schöpfer ist Gott. Wenn wir also heute, am Karfreitag, an Jesu Kreuzigung denken, dann ist das Gott, der da ans Kreuz gegangen ist. Er hat es getan als ein Zeichen der Versöhnung mit uns, seinen Menschen, den Lebenden und den Toten. „Was auch immer ihr getan habt: Eure Schuld ist euch vergeben. Sie wird euch nicht angerechnet. Ich, Gott, bin genauso Mensch geworden wie ihr. Das ist mein Zeichen der Versöhnung mit euch.“ So können wir uns seine Versöhnung mit uns vorstellen.

 

Versöhnt mit Gott heißt aber auch, als Freund und Freundin, als Schwester und Bruder ihm zur Seite zu stehen und ihn nach außen zu vertreten. Wir alle sind aufgefordert, von der Versöhnungstat Gottes am Kreuz zu erzählen, denn wir alle sind seine Botschafter.

 

So hoffe ich, dass es uns gelingen mag, die Botschaft der Versöhnung mit Gott weiter zu geben. Amen

 

Fürbittgebet von unserer Bischöfin, Frau Dr. Hofmann:

 

Lebendiger Gott, wir bitten dich für alle Menschen, die in diesen Tagen von Sorgen und Angst gequält sind:

sei du ihnen nahe, schenk ihnen Gelassenheit und Vertrauen auf dich.

Wir bitten dich für alle, die unter Einsamkeit leiden, weil sie zuhause bleiben müssen und keiner zu Besuch kommt: schenk ihnen Menschen, die auf andere Weise zeigen, dass sie da sind und sich kümmern.

Wir bitten dich für alle, die krank sind: behüte und begleite sie, sei ihnen nahe in schwierigen Momenten und stärke sie im Ringen um ihre Gesundheit.

Wir bitten dich für alle, die sich um Kranke kümmern: gib ihnen Kraft für ihren Dienst und bewahre sie vor Ansteckung.

Wir bitten dich für alle, die Verantwortung tragen und jetzt schwierige Entscheidungen treffen müssen: schenk ihnen Besonnenheit, Augenmaß und Mut.

Gott, wir bitten dich auch für alle, die jetzt nicht in einem sicheren Zuhause und gut versorgt sind, die auf der Flucht sind oder auf der Straße leben, die keine Krankenversicherung oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben: hilf uns, sie und ihr Leiden nicht zu vergessen, und lass uns Wege zur Hilfe für sie finden.

Gott, du bewahrst uns im Leben und im Sterben. Dir vertrauen wir uns und unsere Lieben an. Bleibe bei uns. Amen.

 Segen

 Der Herr segne uns und behüte uns.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

 

 

Altäre zu Karfeitag 2020 in der Johanneskirchengemeinde


Gründonnerstag, 05.04.2020

Es ist Zeit zu leben, solange noch Zeit ist!

 

Predigttext: Mk 14,1-9

 

1 Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten. 2 Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe.

 

3 Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis. 9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.

 

 

 

Worte aus Psalm 69

 

Sei mit nahe, denn mir ist angst

 

Gott, hilf mir!

 

Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

 

Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist;

 

ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.

 

Ich habe mich müde geschrien,

 

mein Hals ist heiser.

 

Meine Augen sind trübe geworden,

 

weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

 

Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade;

 

Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

 

Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke,

 

dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen,

 

und aus den tiefen Wassern;

 

dass mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge

 

und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

 

Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich;

 

wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

 

und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,

 

denn mir ist angst; erhöre mich eilends.

 

Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie,

 

Gott, deine Hilfe schütze mich!

 

Gedanken

 

Der Tag ist gelaufen. Endlich kehrt etwas Ruhe ein. Da war heute Morgen der bombastische Einzug in Jerusalem.  Das Volk feiert ihn, Jesus, wie er da so vorneweg ritt, auf einem Esel.

 

Doch schon kurze Zeit später sah es ganz anders aus. Aufruhr im Tempel. Er jagte die Händler und Geldwechsler hinaus. Mancher freute sich über diesen Gewaltakt, andere waren sprachlos oder schockiert.

 

Am Nachmittag dann predigte er allen, die ihn hören wollten. Stundenlang erzählt er Gleichnisse und zwischendurch immer wieder Andeutungen über sein bevorstehendes Ende. Die Jünger stehen dabei und können es nicht glauben.

 

Und nun liegen sie in Ruhe zu Tisch, nur die Männer, so wie es Sitte ist bei den Juden. Die Frauen und das Gesinde sind in den Küchenräumen. Keiner stört.

 

Doch dann, auf einmal, kommt diese Frau herein. Wer hat sie reingelassen? Jeder schaut den anderen an. Wer war es? Wie obszön. Eine Dirne, eine Prostituierte steht auf einmal mitten unter ihnen. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, holt sie eine Flasche teures Salböl heraus und salbt damit Jesus. Was soll das? Hat sie den Verstand verloren? Sie hätten das Öl verkaufen und das Geld den Armen geben können. Doch Jesus sagt: Sie hat mir etwas Gutes getan. Dankbar nehme ich diese Tat an. Die Armen habt ihr auch später noch, aber mich, den diese Frau zu seiner Beerdigung gesalbt hat, mich habt ihr nur noch kurze Zeit.

 

Dankbar annehmen, das können die wenigsten. Einfach so eine Wohltat genießen, das fällt uns so schwer. Da kommt einer und sagt: ich bringe dir deinen Einkauf mit. Ein anderer kümmert sich um Wäsche, Garten, Hund. Das hinzunehmen fällt schwer.

 

Eisern halten wir uns an das, was wir kennen. So waren auch die Jünger. Dieser Liebesbeweis, den diese Frau da zeigt, der war für diese Männer nicht nachvollziehbar. Es war ein einziger riesengroßer Verstoß gegen alle guten Sitten und Gebräuche.

 

In den letzten Tagen denke ich viel darüber nach, was denn nach Corona kommen soll. Ist dann endlich Zeit zu leben? Ist es Zeit, dass sich unser Leben grundsätzlich ändert?

 

Ich bin mir sicher, die Jünger dachten nicht darüber nach, was nach dem Tod Jesu passieren sollte. Es war so unrealistisch.

 

Werden wir in der Lage sein, unser System zu ändern? Werden wir bereit sein, grundlegend darüber nachzudenken, wie wir uns menschlicher und weniger auf Geld und Macht fixiert verhalten? Wird einer mutig genug sein, um zu sagen, was alles schief läuft und dass es auch anders gehen kann, ganz ohne das Anhäufen von irdischen Reichtümern?

 

Ich glaube, wir können das, im Kleinen wie im Großen. Es geht durchaus, sich von dem Althergebrachten zu entfernen. Wir müssen nicht eisern an allem festhalten, nur weil es „schon immer“ so war. Wir brauchen nur mutig dem Beispiel dieser Frau und Jesus zu folgen. Annehmen, was geschenkt wird, bereit sein, Veränderungen zuzulassen, und dann offen und ehrlich miteinander leben. Lassen Sie uns miteinander unsere Ängste tragen und nicht die Augen verschließen, dann wird sicher alles gut.

 

Amen

 

 

Fürbittgebet von Bischöfin Dr. Beate Hofmann:

Lebendiger Gott, wir bitten dich für alle Menschen, die in diesen Tagen von Sorgen und Angst gequält sind:  sei du ihnen nahe, schenk ihnen Gelassenheit und Vertrauen auf dich.

 Wir bitten dich für alle, die unter Einsamkeit leiden, weil sie zuhause bleiben müssen und keiner zu Besuch kommt:

 schenk ihnen Menschen, die auf andere Weise zeigen, dass sie da sind und sich kümmern.

 Wir bitten dich für alle, die krank sind: behüte und begleite sie, sei ihnen nahe in schwierigen Momenten und stärke sie im Ringen um ihre Gesundheit.

 Wir bitten dich für alle, die sich um Kranke kümmern: gib ihnen Kraft für ihren Dienst und bewahre sie vor Ansteckung.

 Wir bitten dich für alle, die Verantwortung tragen und jetzt schwierige Entscheidungen treffen müssen: schenk ihnen Besonnenheit, Augenmaß und Mut.

 Gott, wir bitten dich auch für alle, die jetzt nicht in einem sicheren Zuhause und gut versorgt sind, die auf der Flucht sind oder auf der Straße leben, die keine Krankenversicherung oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben:

 hilf uns, sie und ihr Leiden nicht zu vergessen, und lass uns Wege zur Hilfe für sie finden.

  Gott, du bewahrst uns im Leben und im Sterben. Dir vertrauen wir uns und unsere Lieben an. Bleibe bei uns. Und gemeinsam mit allen, mit denen wir uns verbunden fühlen, beten wir weiter:

Vater Unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dien Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auch auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 Segen

 Der Herr segne uns und behüte uns.

 Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen

 


Palmsonntag 29.03.2020

„Haltet durch im Leide, haltet zusammen in Trübsal!“

 

Gottesdienst to go zu Hebräer 13, 12-14

 

Am 29. März 2020, dem Sonntag Judika

 

Von Dirk Kroker

 

 Hebr 13, 12-14:

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor.

 

So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen.

 

Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

 

 Psalm 43, 1-5

 

Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache wider das treulose Volk.

 

Errette mich von den falschen und bösen Leuten!

 

Denn du bist der Gott meiner Stärke.

 

Warum hast du mich verstoßen?

 

Warum muss ich so traurig gehen,

 

wenn mein Feind mich drängt?

 

Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten

 

und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

 

dass ich hineingehe zum Altar Gottes,

 

zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,

 

und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

 

Was betrübst du dich, meine Seele,

 

und bist so unruhig in mir?

 

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

 

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

 

Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache wider das treulose Volk.

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde

 

 

Halten, festhalten, zusammenhalten, durchhalten, das sind die Schlagwörter für diesen sechsten Sonntag der Passionszeit und den dritten Sonntag ohne regulären Gottesdienst.

 

 

Mittlerweile rufen uns die Glocken jeden Sonntag um 10:30 Uhr und jeden Tag um 19:30 Uhr zum gemeinsamen Gebet, auch wenn wir uns nicht sehen und nicht hören. Wir sitzen in unseren Wohnzimmern und Küchen, machen die Fenster einen Spalt auf, damit wir besser hören, was die Glocken zu sagen haben. Und wir werden konfrontiert mit der Aufforderung, vor das Tor zu treten, um Jesus zu folgen.

 

 

Kurz bevor ich diese Zeilen schrieb, las ich folgende Meldung: Zahl der Infektionen weltweit auf mehr als 600.000 gestiegen. Nun, könnte man ein wenig zynisch denken, was sind denn 600.000, wenn doch auf unserer Erde fast 8.000.000.000 leben, in Worten acht Milliarden Menschen. Denn schon rufen die ersten danach, die "Einschränkungen zum Schutz der Nächsten" zu lockern oder sogar ganz aufzuheben. Von Durchhaltewille oder Rücksichtnahme auf andere keine Spur.

 

Wo ist meine Position? Wo zeige ich Flagge? Aufheben der Einschränkungen und der Natur ihren freien Lauf lassen, wohl wissend, dass dann in relativ kurzer Zeit viele Alte, Kranke, Vorgeschädigte sterben werden? Oder doch lieber mich geduldig in meinem Wohnzimmer oder meiner Küche auf das Glockengeläut konzentrieren, wohl wissend ich bin nicht alleine?

 

Es ist der sechste Passionssonntag. Noch eine Woche und dann beginnt mit dem Einzug in Jerusalem die Karwoche, der Höhepunkt des Leidens Jesu. Noch sind die Jünger zweifelnd unterwegs. „Was der nur redet“, denken sie. „Ihm wird schon nichts passieren“, raunen sie sich gegenseitig zu. „Er ist ein Pessimist“, sagt einer laut. Doch Jesus weiß sicher, was da auf ihn zukommt, welches Leid auf ihn wartet.

 

Wir wissen es nicht in unseren Küchen und unseren Wohnzimmern, aber wir hören auf das vertraute Läuten der Glocken und hoffen darauf, dass dieser Kelch an uns vorübergehe, da draußen vor dem Tor, wo so viel Geschrei und Gejammer ist. Viele von uns sammeln sich im Gebet, öffnen Fenster und Türen, manche treten auch vor die Tür und fühlen sich vereint mit allen anderen, die ebenfalls zu dieser Gemeinschaft der Christen hören.

 

Die Hoffnung liegt in diesen Worten. Wir sind mutig genug, aus dem Lager heraus zu treten. Wir outen uns. Wir wollen zeigen, dass wir nicht alleine sind. In unseren Kirchen sehe ich jeden Morgen, wenn ich meine Runde durch die Gemeinde fahre, neue Zettel und Steine auf den Altären. Menschen legen ihre Sorgen und ihr Leid Gott zu Füßen, in Worten und in Symbolen. Von den „Gottesdiensten to go“ vom letzten Sonntag sind kaum noch welche da. Nicht dass so viele Menschen gekommen wären, nein, aber immer öfter kommen Menschen, die anderen Menschen Gottesdienste mitnehmen.

 

Und dann kommt einfach mal so ein Anruf zwischendurch: Herr Pfarrer, herzlichen Dank für diesen Gottesdienst. Er hat mir gut getan. Und dann merke ich, wie manche aus dem Lager heraustreten, die frohe Botschaft verteilen, Menschen daran erinnern, dass sie nicht alleine sind.

 

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Diese Stadt bei Gott, dass, was wir als Reich Gottes bezeichnen, es zeichnet sich gerade hier und jetzt ab. Auf einmal merken wir beim Öffnen des Briefkastens wie dicht diese Glaubensgemeinschaft ist. Himmlische Hoffnung zeigt sich ganz pragmatisch in liebevollen Gedanken in meinem Briefkasten.

 

Jesus war nicht alleine auf dem Weg nach Golgatha. Zumindest bis zum Garten Gethsemane waren alle Jünger dabei und oben, unter dem Kreuz, im Angesicht der Schmach standen die Frauen und Johannes, der Jünger, den Jesus liebte. Eine kleine Keimzelle dessen was wir heute erleben.

 

Wenn Ihnen das Dach auf den Kopf fällt, wenn Sie sich alleine fühlen, aber sicherheitshalber lieber nicht vor die Tür, sondern nur vor Ihr Lager treten wollen, dann rufen Sie an, bei mir, bei der Nachbarin, bei der Verwandtschaft. Vergewissern Sie sich, dass Sie nicht alleine sind, auch wenn es den Anschein haben mag. Denn niemand ist alleine. Wir alle haben jemanden, der zu uns gehört, der uns zuhört.

 

Gemeinsam werden wir uns halten und festhalten, gemeinsam werden wir zusammenhalten und durchhalten. Gott schenkt uns die Kraft dafür. Amen

 

Wir beten mit den Worten unserer Bischöfin Dr. Beate Hofmann

 Lebendiger Gott, wir bitten dich für alle Menschen, die in diesen Tagen von Sorgen und Angst gequält sind:

 sei du ihnen nahe, schenk ihnen Gelassenheit und Vertrauen auf dich.

 Wir bitten dich für alle, die unter Einsamkeit leiden, weil sie zuhause bleiben müssen und keiner zu Besuch kommt:

 schenk ihnen Menschen, die auf andere Weise zeigen, dass sie da sind und sich kümmern.

 Wir bitten dich für alle, die krank sind: behüte und begleite sie, sei ihnen nahe in schwierigen Momenten und stärke sie im Ringen um ihre Gesundheit.

 Wir bitten dich für alle, die sich um Kranke kümmern: gib ihnen Kraft für ihren Dienst und bewahre sie vor Ansteckung.

 Wir bitten dich für alle, die Verantwortung tragen und jetzt schwierige Entscheidungen treffen müssen: schenk ihnen Besonnenheit, Augenmaß und Mut.

 Gott, wir bitten dich auch für alle, die jetzt nicht in einem sicheren Zuhause und gut versorgt sind, die auf der Flucht sind oder auf der Straße leben, die keine Krankenversicherung oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben:

 hilf uns, sie und ihr Leiden nicht zu vergessen, und lass uns Wege zur Hilfe für sie finden.

  Gott, du bewahrst uns im Leben und im Sterben. Dir vertrauen wir uns und unsere Lieben an. Bleibe bei uns. Und gemeinsam mit allen, mit denen wir uns verbunden fühlen, beten wir weiter:

Vater Unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dien Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auch auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 Segen

 Der Herr segne uns und behüte uns.

 Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen

 


Judika, 22.03.2020

„Sorgt euch nicht!“

 

Gottesdienst to go zu Lukas 12,22-28

 

Nach Ilse Junkermann, in: Zutaten. Themenheft zur Fastenaktion der evangelischen Kirche 2020, S. 31

 Jesus sprach zu seinen Jüngern:

 Darum sage ich euch:

 Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt,

 auch nicht um den Leib, was ihr anziehen sollt.

 Denn das Leben ist mehr als die Nahrung

 und der Leib mehr als die Kleidung.

 Seht die Raben:

 Sie säen nicht,

 sie ernten nicht,

 sie haben keinen Keller und keine Scheune,

 und Gott ernährt sie doch.

 Wie viel mehr seid ihr als die Vögel!

 Wer ist unter euch, der,

 wie sehr er sich auch sorgt,

 seiner Länge eine Elle zusetzen könnte?

 Wenn ihr nun auch das Geringste nicht vermögt,

 warum sorgt ihr euch um das Übrige?

 Seht die Lilien, wie sie wachsen:

 Sie arbeiten nicht,

 auch spinnen sie nicht.

 Ich sage euch aber,

 dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit

 nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

 Wenn nun Gott das Gras,

 das heute auf dem Feld steht

 und morgen in den Ofen geworfen wird,

 so kleidet,

 wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen!

 Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde

 Zuversicht!

 

Sieben Wochen ohne Pessimismus! So lautet die diesjährige Fastenaktion von „Sieben Wochen ohne“. Das fällt uns besonders schwer mitten in der Coronakrise. Wir suchen Zuversicht und bekommen jeden Tag neue Horrormeldungen. Wir können es kaum ertragen, noch Nachrichten zu schauen oder Zeitung zu lesen.

 

Und dann gibt es noch die scheinbar Unvernünftigen. Sie treffen sich in großen Gruppen, um den Balkonsängern zuzuhören. Sie treffen sich am See, um gemeinsam zu grillen, zu feiern und Corona zu vergessen. Vielleicht sind es auch nur die Ängstlichen, die ihre Angst in Fröhlichkeit ersticken wollen, die sie im Partygetümmel ertränken wollen.

 

Unser Blick in die Zukunft wird von Tag zu Tag enger und unser Herz füllt sich mit Unruhe und Angst. Wie soll es weiter gehen? Wann ändert sich etwas? Wie schlimm wird es noch? In dieser Situation lenkt Jesus unseren Blick weg von uns selbst und hin auf unsere Mitgeschöpfe.

 

Das ist erstmal der Rabe. Er galt damals als der am meisten verachtete Vogel, der dort ist, wo Müll ist. Und wie in einem Werbespot wirbt Jesus um Zuversicht. „Schaut hin!“, sagt Jesus. „Gott gibt selbst diesem Vogel – wie allen Vögeln – genug Futter zum Leben. Er arbeitet sehr wohl für sein tägliches Essen. Aber er hamstert nicht und hortet nicht für morgen. Gott sorgt für ihn. Jeden Tag."

 

Da bleibt mir nur, sie anzuschauen, die Raben, und mir bewusst zu machen, wie viel mehr als sie – als alle Vögel – wir Gott am Herzen liegen! Er wird für uns sorgen!

 

Das ist Jesu erster Werbespot für Gottvertrauen! Und es kommt noch besser: in seinem zweiten Werbespot lenkt Jesus unseren Blick ebenfalls auf unsere Mitgeschöpfe, nun auf eine besonders schöne Pflanze:

 

„Schaut euch die Lilien an. Sie wachsen heran. Dabei plagen sie sich nicht wie wir Menschen. Auch arbeiten sie nicht. Dennoch sind sie schön – schöner als die prachtvollste Kleidung, die wir uns vorstellen können. So schön lässt Gott die Lilien heranwachsen. Obwohl sie höchst vergänglich sind. Sie verschwinden von heute auf morgen – sind – zusammen mit den Gräsern – Heizmaterial. Dennoch schafft Gott jedes Jahr neu eine große Blumenpracht. Schaut sie euch an! Und schaut, wie viel mehr ihr seid für Gott!“

 

In diesen beiden Werbespots wirbt Jesus für Gottvertrauen.

 

Wenn es darum geht, das Leben zu erhalten, Krankheit, Not und Tod zu überstehen, versorgt zu sein, mit dem, was wir tatsächlich brauchen, dann gibt es nur einen Weg: „Dann vertraut Gott und bittet ihn um seinen Segen, seine Begleitung und um das tägliche Brot.“

 

 Gottvertrauen ist wichtiger als Sorge. Wenn wir auf die täglichen Nachrichten hören, wenn wir einerseits die Ausbreitung der Krankheit sehen und andererseits uns in unseren Freiheiten immer mehr beschnitten fühlen, dann ist es an der Zeit, unsere Sorgen Gott vor die Füße zu werfen und uns in Gottvertrauen zu wiegen.

 

Manche haben es schon getan, manche waren in einer unserer vier Kirchen und haben ein kleines Zettelchen ausgefüllt: Guter Gott, ich lege meine Sorgen dir zu Füßen:

 

Und in einer zweiten Zeile: Guter Gott, ich bitte dich,….

 

 Und dann haben sie einen Stein, symbolisch für den Stein auf ihrem Herzen, auf den Zettel gelegt. Und dort bleiben die Sorgen liegen, bis die Krise vorbei ist.

 

„Wenn unser Blick dennoch an uns hängen bleibt, dann“, so sagt Jesus in einem dritten, in einem ernsten Werbespot zwischen den beiden anderen, „dann schaut nüchtern hin und seid realistisch: Keine einzige Minute eures Lebens liegt in eurer Hand. Also: seid realistisch und vertraut Gott. Bei all eurer berechtigten Sorge mitten in der Coronakrise – stellt das Morgen Gott anheim! Und schaut euch an, was Gott euch gibt – täglich. Das wird euch auch in schweren Zeiten tragen.“ Amen.

 

Wir beten mit den Worten unserer Bischöfin Dr. Beate Hofmann

 Lebendiger Gott, wir bitten dich für alle Menschen, die in diesen Tagen von Sorgen und Angst gequält sind:

 sei du ihnen nahe, schenk ihnen Gelassenheit und Vertrauen auf dich.

 Wir bitten dich für alle, die unter Einsamkeit leiden, weil sie zuhause bleiben müssen und keiner zu Besuch kommt:

 schenk ihnen Menschen, die auf andere Weise zeigen, dass sie da sind und sich kümmern.

 Wir bitten dich für alle, die krank sind: behüte und begleite sie, sei ihnen nahe in schwierigen Momenten und stärke sie im Ringen um ihre Gesundheit.

 Wir bitten dich für alle, die sich um Kranke kümmern: gib ihnen Kraft für ihren Dienst und bewahre sie vor Ansteckung.

 Wir bitten dich für alle, die Verantwortung tragen und jetzt schwierige Entscheidungen treffen müssen: schenk ihnen Besonnenheit, Augenmaß und Mut.

 Gott, wir bitten dich auch für alle, die jetzt nicht in einem sicheren Zuhause und gut versorgt sind, die auf der Flucht sind oder auf der Straße leben, die keine Krankenversicherung oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben:

 hilf uns, sie und ihr Leiden nicht zu vergessen, und lass uns Wege zur Hilfe für sie finden.

  Gott, du bewahrst uns im Leben und im Sterben. Dir vertrauen wir uns und unsere Lieben an. Bleibe bei uns. Und gemeinsam mit allen, mit denen wir uns verbunden fühlen, beten wir weiter:

Vater Unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dien Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auch auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 Segen

 Der Herr segne uns und behüte uns.

 Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen