Zwei Männlein allein mit 28 Damen

Es war schon ein kleines Abenteuer. 28 Frauen und zwei Männer der ev. Johanneskirchengemeinde begaben sich am 06. Juli 2016 auf eine kleine Forschungsreise. Sie wollten erfahren, warum es am Rande der evangelischen Schwalm ein kleines, katholisches Dorf gibt, warum es den besten Kuchen am Rande der Schwalm in Speckswinkel gibt und warum so ein kleines Dorf so eine alte Kirche hat.

Doch von Anfang an. Wir machten uns mit dem Bus auf den Weg nach Momberg. Wegen der derzeitigen Baustellen kamen wir schon mal eine halbe Stunde später an als geplant. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. In Momberg erzählte Pfarrer Kroker in der katholischen Kirche, warum diese sehr gut sanierte und vergleichsweise große Kirche in einer Region steht, die überwiegend evangelisch geprägt ist. Das hing damit zusammen, weil Momberg ein Lehen des Klosters Amöneburg war und nach einer kurzen Zeit als evangelische Kirchengemeinde wieder katholisch wurde. Bis vor ein paar Jahren hatte Momberg sogar noch einen eigenen Priester, bis heute hat der katholische Kindergarten seinen festen Platz und seit langem gibt es gemeinsam mit den Nachbarn aus Mengsberg jährlich ökumenische Einschulungs-gottesdienste. Die Damen wollten aber noch viel mehr wissen und so musste Pfarrer Kroker viele fragen beantworten und die Zeit wurde ein weiteres Mal überzogen.

Statt um 15:00 Uhr zum Kaffee in Speckswinkel zu landen, war es nun schon viertel vor vier und wir wurden schon ungeduldig erwartet. Am schnellsten war die Schwarzwälder-Kirsch-Torte vernichtet, die wie alle andern Kuchen auch der Backkunst von Oma Käthe entstammten. Überhaupt war Oma Käthe hoch erfreut, uns zu sehen, stammten doch ihre Vorfahren aus Licherode. Schon war das Eis gebrochen und es wurde geschnuddelt und Kaffee getrunken und der Kuchen genossen.

Um halb fünf wurden wir dann von Herrn Ochs in die evangelische Kirche in Speckswinkel begleitet. Speckswinkel lag einstmals an einer großen Handelsstraße quer durch Hessen und war damit auch Anlaufpunkt für Christen aus aller Herren Länder. Um diesem fahrenden Volk seelsorgerlichen Beistand leisten zu können, wurde diese Pfarrstelle durchgängig besetzt und ist bis heute noch Sitz eines Pfarramtes.

Endlich um kurz nach fünf machten wir uns auf den Heimweg und kamen wohlbehalten, aber anderthalb Stunden später als geplant zuhause an.

Alles in allem ein schöner Ausflug und besonders Krafts Kaffee in Speckswinkel ist sehr zu empfehlen, auch wenn es nur an Wochenenden und Feiertagen von Mai bis Oktober geöffnet hat. Für uns wurde eine Extra Öffnung vereinbart und wir waren sehr froh darüber.