Fastenkalender 2021

Tag 1 - 17.Februar 2021

Was mach ich bloss? Die Fastenzeit hat angefangen und ich weiß nicht so recht, was ich mit mir anfangen soll. Verzicht auf Süßigkeiten? Oder anders fasten und Menschen zur Kontaktaufnahme einladen? Oder doch eher Klimafasten und nur noch mit dem Rad fahren? Was mach ich bloss?

Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen, mit hoffentlich vielen anderen hier Gedanken zu teilen. Dazu lade ich herzlich ein. Wem auch immer was einfällt, ein Gedanke, ein Bild, eine Idee, teile sie mir bitte möglichst mit Wunschdatum mit. Ich stelle sie dann hier rein.

Und nun wünsche ich uns, dass wir ganz im Sinne der einen großen Fastenaktion "Sieben Wochen ohne Blockaden" uns trauen, unsere Gedanken zu äußern und in einen Austausch zu kommen.

Und vielleicht auch "Sieben Wochen anders Leben", wobei sich immer die Frage stellt, was wir anders leben wollen. Ich freue mich darauf, diese Seite wachsen zu sehen.

Dirk Kroker

Tag 2 - 18. Februar

Bild und Text: Gaby Kirchner
Bild und Text: Gaby Kirchner

Fastenzeit – Gedanken - sehr persönliche Gedanken!

Möchte ich sie im Netz teilen? Geht es irgendjemanden etwas an? Nun – wen es nicht interessiert, der kann ja genau hier aufhören zu lesen.

Fastenzeit war für mich immer etwas, was andere machen. Ich selbst wollte mir nie irgendetwas verbieten, nur weil Fastenzeit war.

Dabei gibt es durchaus tolle Ideen: auf Alkohol verzichten - super Idee, weil ich das kann. Ich trinke eh keinen. Nicht rauchen – auch klasse, weil ich noch nie geraucht habe. Auf Gemüse verzichten! Das probierte ich im Dezember. Mein Gemüseanteil war mir zu groß, so bot ich jemandem an, es mal an meiner Stelle abzuholen. Ich lernte schnell, dass das keine gute Idee ist. Auf den Fernseher verzichten – och nö. Diät – auf keinen Fall.

So lange ich denken kann, kämpfe ich damit, nicht dick zu werden, was bei meinem Süßigkeitenkonsum sehr schwierig ist. Oft habe ich längere Zeiten ohne eingelegt, aber die Sucht holte mich immer wieder ein und der Frust wuchs mit den Kilos.

Mitte letzten Jahres stieß ich dann auf eine Sendung, in der es um Ernährung geht. Anfangs schaute ich sie nur zufällig, aber die Begeisterung, was man mit gesunder Ernährung erreichen kann, ergriff mich. So blieb es nicht beim Anschauen der Sendung und ich kaufte mir im November zwei Bücher zu dieser Reihe.

Bis das erste mit den Grundlagen gelesen war, verging viel Zeit, während der ich nach einem passenden Termin suchte. Irgendwie hätte es ja gepasst, den Aschermittwoch zu wählen, aber ich wollte nicht noch länger warten. So begann ich am 3. Februar mit einer Ernährung, die mir tatsächlich gut tut. In erster Linie verzichte ich nun auf Zucker und esse mich stattdessen mit gesunden Sachen satt. Und siehe da – mein Gehirn hat schon nach 14 Tagen aufgehört, nach Schokolade und Co. zu schreien. Diese Ernährungsweise soll man 21 Tage durchhalten und danach darf Zucker wieder ganz langsam und mit Bedacht gegessen werden, man kann aber auch länger dranbleiben.

So habe ich mich für mich „sieben Wochen ohne“ ungesunde Ernährung entschieden. Vielleicht hat das ja auch einen erfreulichen Nebeneffekt. Man wird es sehen 😉

 

Gaby Kirchner

Tag 3 - 19. Februar

7 Wochen Freude & Glück teilen…

 

„Um den vollen Wert des Glücks zu erfahren, brauchen wir jemanden, um es mit ihm zu teilen.“ (Mark Twain)

Liebe Gemeindemitglieder,

ich möchte heute eine persönliche Geschichte mit euch teilen - erzählen, was ich daraus für mich abgeleitet habe und euch ermuntern, Nächstenliebe zu verschenken…

Dieses Geschenk habe ich von einer lieben Freundin und Arbeitskollegin mitten in diesem Corona-Lockdown mit der Post zugeschickt bekommen – für mich vollkommen unerwartet und „einfach so“. Sehr individuelle Geschenke - auf mich abgestimmt und mit einer ganz lieben Karte versehen. Das hat mich sehr berührt, mir viel Kraft gegeben und mich in meiner Freundschaft zu ihr bestätigt. Und je mehr ich über dieses Geschenk nachdachte, desto mehr wuchs in mir der Gedanke, mich dadurch inspirieren und motivieren zu lassen und ebenfalls Freude, Liebe und positive Gedanken zu (ver)teilen. Ich habe jetzt bereits vor der Fastenzeit drei Päckchen verschickt / an der Haustür übergeben an drei meiner Lieblingsmenschen. Päckchen mit kleineren oder größeren Geschenken, die ich mir sehr gut und individuell überlegt hatte, versehen mit einer schönen Karte mit sehr persönlichen Worten. Darauf habe ich sehr liebe und gerührte Rückmeldungen erhalten, die mir ebenfalls viel bedeuten und Kraft geben in dieser schweren Zeit mit wenigen persönlichen Kontakten.

Ich habe mir deshalb in der Fastenzeit vorgenommen, sieben weitere Menschen zu beschenken und zu überraschen. Die ersten Ideen sind bereits in meinem Kopf und vielleicht kann ich Euch ja auch ermutigen mitzumachen? Ich bin mir sicher, dass es Euch ablenken wird, positive Energien freisetzt und ihr ganz bestimmt auch durch die Rückmeldungen viel Kraft schöpfen könnt.

Viel Spaß beim Glück teilen wünscht euch Anna Mey

Bild und Text: Anna Mey

 

Tag 4 - 20. Februar

Speiseplan der Woche

 Montag

Familie Schmitz isst Nudeln mit Tomatensoße.

Familie Huang teilt sich eine Schüssel Reis.

 Dienstag

Familie Schmitz isst Kartoffelsalat mit Würstchen.

Familie Huang teilt sich eine Schüssel Reis.

 Mittwoch

Familie Schmitz isst Frikadellen mit Ketchup.

Familie Huang teilt sich eine Schüssel Reis.

 Donnerstag

Familie Schmitz holt sich Currywurst beim Griechen.

 Familie Huang teilt sich eine Schüssel Reis.

  Freitag

Familie Schmitz isst Bratkartoffeln mit Rührei.

Familie Huang teilt sich eine Schüssel Reis.

 Samstag

Familie Schmitz holt sich Burger bei McDonalds

Familie Huang teilt sich eine Schüssel Reis.

 Sonntag

Familie Schmitz isst Schnitzel mit Pommes frites.

Familie Huang teilt sich eine Schüssel Reis.

                           © Gisela Baltes (www.impulstexte.de)

Idee, Recherche und Fund: Gudrun Sinning

 

Tag 5 - 21. Februar

Bild und Text: Nicole Brand
Bild und Text: Nicole Brand


Fasten ist die Zeit des Verzichtens, das Weglassen von Gewohnheiten, das Loslassen von Liebgewordenem.

Ich habe schon oft in der Passionszeit gefastet.  Man ändert beim Warten auf Ostern und die Auferstehung Jesu den eigenen Blickwinkel  und das ist gut so. Manchmal ergibt sich dadurch etwas ganz Neues und Unerwartetes, eine andere Perspektive. Genau das wollte ich dieses Jahr auch.

Ich möchte nicht verzichten, denn das tun wir momentan ohnehin schon auf so vieles. Ich möchte etwas Mitgeben und Verschenken, kleine positive Impulse. Da das aber unter den Corona-Bestimmungen  momentan nicht so einfach ist, habe ich Zettel  mit  Abreißstreifen geschrieben. In jeder der vier Kirchen der Johanneskirchengemeinde, die jeden Tag offen sind, hängen sie mittlerweile. Jeder und jede darf sich angesprochen fühlen und den Zettel abreißen, der ihm oder ihr gerade guttut. Gerne kann man auch einen Zettel abreißen und jemand anderem bringen, an jemanden schenken, der ihn vielleicht gerade braucht, aber nicht selbst in die Kirche kann.

Ich weiß, dass Zettel keine Wunder bewirken, aber freut sich nicht jeder manchmal  über einen kleinen Zuspruch? Ich hoffe, dass ich damit dem einen oder anderen ein Lächeln entlocken kann oder die Zeit des Verzichtens und das Warten auf das Fest der Auferstehung oder auch auf die Lockerungen ein wenig erleichtern kann.

Ich wünsche euch viele gute Gedanken und neue Perspektiven.

 

Nicole Brand

 

Tag 6 - 22. Februar

Bild: Gerlinde Rolwes
Bild: Gerlinde Rolwes

Meine Gedanken  zum Fasten

 

Um es vorweg zu sagen: ich habe noch in keinem Jahr gefastet, indem ich auf irgend-etwas verzichtet habe. Einmal habe ich versucht, eine schöne Idee von der ich gelesen hatte, in die Tat umzusetzen. Mein Ziel sollte es sein, jeden Tag einen anderen Menschen zu erfreuen.

Einige Beispiele: Ein Dankeschön für eine eigentlich selbstverständliche Dienst-leistung, ein Anruf oder ein paar nette Worte einfach mal so, ein ernstgemeintes Kompliment über das Aussehen, die Frisur, die ausgewählte Garderobe, den schön bepflanzten Vorgarten, einen Menschen anlächeln usw.usw.

An manchen Abenden fiel mir ein, dass ich nicht an meinen Vorsatz gedacht hatte. Aber oft habe ich gemerkt, dass ich bei anderen Freude ausgelöst habe. Eigentlich ein Vorsatz für alle Tage, nicht nur für die Fastenzeit...  

Irmgard Martin

 Bild: Gerlinde Rolwes, Idee und Text: Irmgard Martin

Tag 7 - 23. Februar

Bild: Gudrun Sinning
Bild: Gudrun Sinning

Fasten your seatbelt!“

Kürzlich im Flugzeug

die Aufforderung:

„Fasten your seatbelt!“

„Legen Sie Ihren Gurt an!“

 

Das englische Wort 'to fasten' heißt:

festmachen, befestigen,

auf etwas die Gedanken richten,

auf etwas Hoffnung setzen.

 

Woran mache ich mich fest?

Worauf richte ich meine Gedanken?

Worauf setze ich meine Hoffnung?

Was gibt meinem Leben Halt?

© Gisela Baltes (www.impulstexte.de)
Bild, Recherche, Fund und Auswahl: Gudrun Sinning

Tag 8 - 24. Februar 21

Bild: Internetfund Ausschnitt aus dem Misereor-Hungertuch 1976 - Jesus hängt am Lebensbaum
Bild: Internetfund Ausschnitt aus dem Misereor-Hungertuch 1976 - Jesus hängt am Lebensbaum

Ich war fast zwölf, als es mir das erste Mal begegnete: Das Hungertuch der Aktion Misereor - 1976, es ist lange her. Im Januar 1976 verlassen spa-nische Truppen die Provinz Spanisch-Sahara und beenden damit ihre Kolonialherrschaft. In Soweto in Südafrika stehen die Menschen gegen die Apartheid-Regierung auf. Portugal erhält den ersten demokratisch gewählten Präsidenten. Mao Zedong stirbt und in China endet mit seinem Tod die Kul-turrevolution.

1976, vor 45 Jahren, wird Hunger in der Welt in meiner Wahrnehmung erstmals ein öffentlich diskutiertes Thema. Und heute ist er immer noch da.

Und genau in diesem Heute mache ich mir Gedanken darüber, was ich fasten will. Wozu bin ich bereit? Eins habe ich mir vorgenommen und bisher durchgehalten: ich will sieben Wochen lang nichts online bestellen. Das tut meinem Haushaltsgeld gut, konzentriert mich auf das, was ich vor Ort bekomme und bewahrt mich vor tausenderlei Dingen, die bestellt, geliefert, ausgepackt und dann evtl. auch noch zurückgeschickt werden.

Was das erste Hungertuch damit zu tun? 1976 gab es noch kein Internet und kein Handy. Bestellt wurde per Bestellschein aus dem Katalog und die Lieferungen brauchten nicht 24 Stunden, sondern oftmals 14 Tage. Der Wocheneinkauf, der Wochenmarkt, gemeinsame Abende ohne Handy, Telefone mit einem Kabel dran, dass war üblich und in vielen Haushalten, auch bei uns, standen noch Schwarz-Weiß-Fernseher. Das Grauen in der Welt, ob in der Sahel-Zone, in Bolivien, Argentinien oder Südafrika, war nicht innerhalb von Minuten bei mir. Tageszeitungen waren brandaktuell und nicht schon 48 Stunden alt, wenn sie in unserem Briefkasten landeten.

Fasten war damals der Verzicht auf Süßigkeiten und vielleicht noch Fleisch und Alkohol. Das war alles. Schlicht, einfach und lange nicht so verwirrend wie heute. Manchmal frage ich mich, ob wir erst in diesen 45 Jahren seit 1976 unsere seelische Unschuld verloren haben.

Nun, ich habe mich festgelegt: Ich faste bei den Online-Bestellungen und versuche, jeden Tag ein Telefonat mit dem Festnetztelefon zu führen. Das wäre schon viel wert und erinnert mich dann hin und wieder an 1976 und das Hungertuch mit dem Leib Christi am Lebensbaum.

Dirk Kroker

Bild: Internetfund von Dirk Kroker, Text: Dirk Kroker

Tag 9 - 25. Februar 21

Fastenzeit – kann anstecken.

Bei mir selbst hat es noch keiner geschafft, mich mit dem Wunsch zu fasten, anzustecken. Darüber berichtete ich ja bereits. Dass nun ausgerechnet ich es schaffen würde, jemanden damit zu infizieren, erfreut mich umso mehr. Nun, sie gehört zwar nicht in die Johannes-kirchengemeinde Alheim, und Texte ver-fassen mag sie nicht, aber sie erlaubte mir, über ihre erste Fastenzeit zu berichten.

 

Meiner Schwester Ute ging es wie mir: Fasten ist, was andere machen. Dann kam die kleine Schwester an und schickte ihr einfach mal den Link zum Fastenkalender ihrer Gemeinde. So begann auch ihr Brain zu stormen. Sagt man heute doch so, wenn man anfängt, über etwas nachzudenken oder?

Na egal. Jedenfalls machte Ute sich dann Gedanken darüber, was sie in der Fastenzeit anders machen könne. Es heißt ja, dass man, wenn man krank ist, gut aufpassen muss. Nicht für jeden ist das eigentliche Fasten sinnvoll. Doch auch sie hat für sich etwas gefunden, was sie machen kann und auch möchte. Sie wird in der Fastenzeit nach 20:00 Uhr nichts mehr essen.

Gar nicht so einfach. Wie gern setzt sich doch der innere Schweinehund gerade abends auf die Schulter und flüstert einem zu: „Geh ruhig an den Kühlschrank - oder an den Schnuckschrank (für die Nichthessen*innen: Schnuck = Süßigkeiten), da liegen lauter feine Leckereien für dich drin. Es ist dunkel, da sieht es ja eh keiner.“ Tja, der hat aber nun gelitten – der Schweinehund. Auf ihn wird Ute 40 Tage lang nicht hören.

Gaby Kirchner für Ute Fässler 

Bild: Internetfund Text: Gaby Kirchner

 

Tag 10 - 26. Februar 21

Bild: Rachel Claire www.pexels.de
Bild: Rachel Claire www.pexels.de

Das Leben verändern, ihm eine neue Richtung geben - nicht nur in der Fastenzeit.

 

Das tun etliche Menschen - und es werden mehr - die ihr Leben verändern, indem sie ihre Essgewohnheiten um-stellen und sich vegetarisch oder vegan ernähren. Oh Mann, werden jetzt viel-leicht einige sagen, jetzt fängt die auch noch damit an! 🤦️ Diese Menschen haben sich aus verschiedenen Gründen dafür entschieden, z.B. für den Klimaschutz, gegen Massentierhaltung usw.

 

Ich selbst konnte mich bisher nicht dazu entschließen, diese Richtung einzu-schlagen. Vielleicht liegt der Grund darin, dass ich in einer Nebenerwerbs-landwirtschaft groß geworden bin, und es da ganz selbstverständlich war, Schweine zu halten und zu verwursten. Außerdem fällt es mir im jetzt fortgeschrittenen Alter schwer, von liebgewordenen Gewohnheiten Abschied zu nehmen. 

Ich akzeptiere aber, wenn Menschen das anders sehen und sich dem entsprechend anders ernähren.

Was mir nicht gefällt, das ist, wenn den Vegetariern oder Veganern gegenüber abwertende Bemerkungen gemacht werden oder man sie mit einem mitleidigem Blick oder müden Lächeln bedenkt. Soll doch jeder das tun und essen dürfen, was er für richtig hält.

Vielleicht wäre es ja eine Überlegung wert, beim nächsten Fest das von der Kirchengemeinde nach Corona ausgerichtet wird, auch mal eine fleischlose Alternative anzubieten? Damit sich alle eingeladen fühlen.

Wobei Pommes ja schon mal ein Anfang sind......😉

Irmgard Martin

Bild: Internetfund bei pexels.de, Idee und Text: Irmargd Martin

 

Tag 11 - 27. Februar 21

Loslassen

Loslassen was ich nicht brauche:
meinen Egoismus
meine Selbstherrlichkeit,
Vorurteile und Rechthaberei
Angst, Unsicherheit, Misstrauen
Kummer und Probleme,
Ärger, Aggressionen,
meinen Stress,
meine Termine,
meine Unentbehrlichkeit.

 

Loslassen, was mich hindert:
meine Gleichgültigkeit
meine Gewohnheiten
festgefahrene Meinungen
meine Abhängigkeiten

 

Loslassen, wen ich behindere:

durch meine Hilfe hilflos mache,

durch meine Liebe unfrei mache,
durch meine Ansprüche überfordere,
auf das Bild festlege,
das ich mir von ihm gemacht habe.

 

Loslassen, einfach so …….

                     © Gisela Baltes (www.impulstexte.de)
Bild, Idee, Recherche und Fund: Gudrun Sinning

Tag 12 - 28. Februar 21

Bild: Kalenderfund von Doris Heymann-Pfetzing
Bild: Kalenderfund von Doris Heymann-Pfetzing

Wünschenswert

Wie wäre es, wenn ich es schaffen würde, sieben Wochen lang nicht mich selbst zu beweihräuchern, sondern meine Gedanken den Menschen um mich herum widme? Wenn ich mich fragen würde, was ich ihnen Gutes tun kann? Wenn ich mich darauf besinne, dass Gott mir seine Liebe schenkt, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute? Und ich darüber nachdenke, wie ich es ihm danke?

 

Wie wäre es, wenn ich mich öffne wie die Blumen sich den Strahlen der Sonne öffnen und ihre Schönheit entfalten zum Lobe ihres Schöpfers?

Ja, ich möchte mich auch öffnen und Gottes Liebe in mich aufnehmen, um sie an andere Menschen weiterzugeben, dass sie nicht meine Schönheit erkennen, sondern die meines Schöpfers. Er hat mich gemacht, und nicht ich selbst, zum Lobe seiner Herrlichkeit. Was ich bin und kann, das ist allein sein Verdienst.

 

Es wäre schön und wünschenswert, wenn es nicht nur sieben Wochen klappen würde, sondern auch danach so weiter geht. Möge Gott mir die Kraft dazu schenken, das ist meine Bitte an ihn.

 

Doris Heymann-Pfetzing

Bildfund, Idee und Text: Doris Heymann-Pfetzing

 

Tag 13 - 1. März 21

Bild: pexels.com Karolina Grabowska
Bild: pexels.com Karolina Grabowska

Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Lk 19,40

Ein Monatsspruch, der es in sich hat. Ich verfolge im Augenblick eine ganze Reihe von Fastengruppen und -kalendern im Netz, auf Facebook und auch in Papierform. Da gibt es die unterschiedlichsten Vorsätze. Tatsächlich bin ich auch über den gestolpert, weniger zu reden. Was ist der Sinn dahinter?

Andererseits gibt es so viele Menschen in unserer Welt, die gezwungener Maßen schwei-gen, die mundtot gemacht werden. Und dann soll das kommen, was Jesus prophezeit hat: Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien.

Da frage ich mich doch, ob es nicht gut und sinnvoll wäre, gerade in der Fastenzeit endlich den Mund aufzumachen für die Schweigenden in unserer Gesellschaft, unserem Land, in unserer Welt.

Ich höre kaum Protest, wenn Geld wichtiger wird als Menschen, wenn Beschlüsse wichtiger werden als die, die sie betreffen und wenn einer laustark den Ton angibt und Macht einfordert, wo andere untergehen.

Ich nehme mir vor, in den nächsten Wochen mutiger zu werden, offener für die Schweigenden einzutreten, selber ein schreiender Stein zu werden, damit Schwachen zu ihrem Recht und zu ihren Chancen verholfen wird.

Dirk Kroker

Bild: pexels.com Karolina Grabowska, Idee und Text: Dirk Kroker

Tag 14 - 02. März 21

Bild: Dirk Kroker
Bild: Dirk Kroker

Glücksmomente 2021

 

Erinnerungen bewahren und sich immer wieder bewusst machen zu können, dass das Leben schön ist und jeder Tag mindestens einen Moment bereit hält, der einen innehalten lässt und in dem man sich glücklich gefühlt hat?

Eine Idee zur Bewahrung dieser Momente, Begegnungen und Glücksgefühle ist das „Einwecken“ in einem schönen Glas…

Und so funktioniert es: Für jeden Moment, der dein Leben bunter, schöner und glücklicher macht, schreibst du einen Zettel und legst ihn in das Glas – am besten sogar mit einem Datum versehen. Vom Treffen mit einem lieben Menschen, einem beruflichen oder sportlichen Erfolg, dem Gefühl der ersten warmen Sonnenstrahlen auf der Haut, einem unerwarteten Kompliment oder oder oder... So sammelst du für jedes Jahr viele Glücksmomente in einem Glas, die du immer wieder „aufwecken“ und nachfühlen kannst.

Ich muss immer wieder feststellen, dass es jeden Tag etwas Schönes gibt und man sich diese Momente festhalten sollte. Umso schöner ist es, wenn man sich auch später nochmal daran erinnern kann… Vielleicht auch gerade dann, wenn man gerade einen Tiefpunkt hat oder positive Gedanken schwer fallen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Gestalten oder auch Verschenken von Glück im Glas,

eure Anna Mey

Idee und Text: Anna Mey, Bild: Dirk Kroker

Tag 15 - 03. März 21

Ruf doch mal an! „Hallo, ich habe dich nicht vergessen!“

Oder schreib doch mal wieder eine Postkarte.

Sieben Karten in sieben Wochen!

 

Als Adressatenkreis bzw. Angerufene können liebe Menschen, Bekannte und Nachbarn in den Blick genommen werden, die soziale Medien nur wenig oder gar nicht nutzen. Aber letztlich ist das nicht entscheidend.

 

Da meine Schwiegermutter auf Grund ihrer Augenkrankheit so gut wie nicht mehr sehen kann, kam mir die Idee mit der Telefonkette. Des Weiteren hat mich auch Dirk Kroker bei unserer ersten Kirchenvorstandssitzung in diesem Jahr auf die Idee gebracht, die Telefonkette ins Leben zu rufen. Er deutete an, dass er die Gesellschaft seiner Mitmenschen sehr vermisst und derzeitig verstärkt fast nur digital kommuniziert. Und da nicht alle Menschen digital vernetzt sind, brauchen wir gerade in diesen unsicheren Zeiten hilfreiche Worte oder einfach ein Zeichen, dass jemand an sie denkt.

Darum: Ruf doch mal an oder schreib eine Postkarte.

Melde dich doch mal wieder bei Freunden, Verwandten, Bekannten!

 Viele Menschen haben jetzt Zeit. - Manche sind allein. - Fast alle haben Redebedarf.

Sich austauschen, ein offenes Ohr haben, nachfragen, wie es denen am anderen Ende der Leitung geht, was sie bewegt, ob sie etwas brauchen – das ist eine gute Sache, besonders jetzt.

Ruf doch mal an!

Melde dich doch vielleicht auch einmal bei jemandem, den du normalerweise erstmal nicht anrufen würdest. - Jemanden, von dem du lange nichts gehört hast. - Jemanden, den du gar nicht so gut kennst.

Wie schön, wenn man merkt: Da denkt jemand an mich! Da interessiert sich jemand dafür, wie es mir wirklich geht!

 

Ruf doch mal an!

Mach mit bei der Telefonkette unserer Kirchengemeinde! Das Team des Frauenkreises kann sich ebenso daran beteiligen wie der Männertreff und viele mehr. Vielleicht machen manche der Angerufenen ebenfalls mit und rufen ihrerseits den ein oder anderen an. Und diese greifen wiederum zum Hörer…

Wie schön, wenn auf diese Weise ein immer dichter werdendes telefonisches Gesprächsnetz entsteht, wo einer für den anderen ein offenes Ohr hat!

 

Mach mit und ruf doch mal an –

 am besten gleich jetzt!

 

Übrigens: Kennst du Gottes Telefonnummer? Sie lautet 5015. Denn in Psalm 50,15 heißt es:

Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.

Beate Kasper

Idee, Bild und Text: Beate Kasper; grafische Gestaltung: Dirk Kroker

Tag 16 - 04. März 21

Bild: EG 394 Scan
Bild: EG 394 Scan

EG 394 Nun aufwärts froh den Blick gewandt

Fastenzeit, Passionszeit - hier drängt sich wahrscheinlich nicht nur bei mir die gedankliche Verbindung zu Traurigkeit, Verzicht und Freudlosigkeit auf. Stimmt eigentlich auch und nicht ohne Grund ist am Aschermittwoch „Schluss mit lustig“. Die Älteren können sich meistens noch gut daran erinnern, dass in der Passionszeit Feiern mit Musik und Tanz nicht stattfanden und deshalb auch keine Hochzeit oder aus anderen Anlässen gefeiert wurde. Selbst im Gottesdienst verstummt ja das Halleluja um den Blick auf das Leiden und Sterben Jesu zu lenken.

Sicher irritiert deshalb meine Auswahl dieses Liedes als Grundlage dieses Textes für den Fastenkalender. Auf den ersten Blick scheint der Liedtext doch rein gar nichts mit Fastenzeit zu tun haben, eher das Gegenteil. Es lohnt sich, diesen Text mal unter dem Blickwinkel einer anderen Interpretation der Fastenzeit zu lesen. Mir kamen dazu diese Gedanken:

Wir sind nicht allein, Gott ist bei uns, will uns, wie ein Vater sein Kind, an die Hand nehmen und begleiten, will mit uns gehen. Deshalb können wir Neues wagen, können frohen Herzens verzichten, wo es sinnvoll ist und mutig Dinge verändern anstatt immer im gleichen Trott weiterzumachen. Das Schwere, welches einen belastet, vergessen – der Rat ist schnell gegeben, hilft aber oft nicht weiter, denn die Realität ändert sich dadurch nicht. Nicht dem Verdrängen wird in diesen Versen das Wort geredet, sondern auf die Möglichkeit eines Perspektivwechsels hingewiesen. Eine neue Blickrichtung bewirkt Veränderung, macht es möglich, Lasten abzulegen in der Gewissheit, dass Jesus auch für alles Leid und Unrecht dieser Welt gelitten hat, gekreuzigt wurde, aber nicht im Tod verblieben ist. Veränderung bahnt sich also schon vor Ostern an, gerade in der Fastenzeit können wir uns dies bewusst machen und beginnen, „über den Tellerrand“ zu schauen. Werden wir doch sensibel für unseren Nächsten mit seinen vielleicht versteckten Problemen, versuchen wir doch, ihm so zu begegnen wie wir möchten, dass man auch uns begegnet. Vergessen ist so eine Sache für sich, denn allzu oft werden Dinge nur verdrängt und drängen dann an andere Stelle wieder ans Licht und dadurch entsteht meistens nur Schaden. Im Vertrauen auf Gottes Nähe können wir aber loslassen – mit diesem Begriff verbinden wir Fastenzeit schon eher. Loslassen ist aber nicht gleichzusetzen mit Vergessen, sondern ich möchte diesen Begriff hier eher mit Akzeptieren, Verarbeiten, positive Folgerungen ziehen interpretieren. Unter dieser Prämisse wird dann die Bahn frei, öffnen sich neue Wege und Möglichkeiten. Wir müssen nicht in den Problemen steckenbleiben, können Dinge verändern und trotz Widrigkeiten immer wieder im Vertrauen auf Gott froh und getrost nach vorne schauen, denn unser Herr geht mit uns – in guten und schweren Zeiten ist er da und er trägt unsere Lasten mit. Ich wünsche mir und allen, solche Erfahrungen in der Fastenzeit.

Elly Moritz

Bild: EG 394, Idee und Text: Elly Moritz

Tag 17 - 05. März 21

Weltgebetstag 2021

Ein Bild wie es ist und doch auch wie es hätte sein können. Bunt und vielfältig wie das Leben in Vanuatu und auch sonst überall auf der Welt ist der diesjährige Weltgebetstagsaltar. Doch wird er gesehen? Kommen Menschen in die Kirche, um wahrzunehmen, dass da an diesem Wochenende und in den kommenden Tagen etwas anders ist?

(P.S.: Schauen Sie auch mal auf die erste Seite unserer Homepage. Da steht alles wichtige zu unserem Weltgebetstagskonzept!)

Die Frage in der Passionszeit, die ich mir stelle, lautet: Gelingt es uns, die Menschen unserer Gemeinden zu motivieren, mal einen Spaziergang in die offenen Kirchen zu machen? Und wenn das gelingt, lassen sie dann einen Gruß da für diejenigen, die das alles so schön machen und sich kümmern?

Das, was ich so wahrnehme, ist da eher ein bisschen traurig. Kaum Grüße, wenige Menschen, Kirche alleine. ...

Vielleicht ein Vorsatz jetzt wo etwas mehr als ein Viertel der Fastenzeit hinter uns liegt, für die nächsten Wochen? Einmal pro Woche in eine der vier Kirchen, oder, wenn man es auf die Zukunft gerichtet sieht, in eine der elf Kirchen im zukünftigen Kirchspiel Alheim-Braach, wäre das was? Sie sind unterschiedlich offen, aber man könnte ja fragen. Und überall gibt es Interessantes zu entdecken.

Ich habe mir vorgenommen, bis zum Ende der Fastenzeit mindestens einmal in jeder Kirche gewesen zu sein, die zu  unserem Kirchspiel gehört, aus dem auch unsere KonfirmandInnen kommen. Ich werde berichten, ob ich es geschafft habe.

Dirk Kroker

Idee, Bild und Text: Dirk Kroker

Tag 18 - 06. März 21

Nicht erreichbar

Oft heißt es von Jesus:

Er zog sich zurück.

An einen stillen Ort,

auf einen Berg,

in einem Boot weg vom Ufer.

Sich zurückziehen:

Ruhe finden,

Kräfte sammeln,

Abstand gewinnen.

Wie anders ich:

immer erreichbar,

über Handy und Internet

an der elektronischen Leine.

Ich weiß gar nicht mehr,

wie sich das anfühlt:

Mal nicht ständig erreichbar,

nicht fortwährend verfügbar sein.

Mal ohne Angst, etwas zu verpassen.

Das wäre doch mal was:

Einfach die Tür hinter mir zumachen,

für niemanden zu sprechen sein,

die Welt draußen lassen.

Abstand gewinnen.

Ruhe finden.

Für eine Weile jedenfalls.

© Gisela Baltes (www.impulstexte.de)
Bild, Idee und Textfund: Gudrun Sinning

 

Tag 19 - 07. März 21

Bild: www.handletteringlernen.de/steine-beschriften-alter-trend-neu-gestaltet/
Bild: www.handletteringlernen.de/steine-beschriften-alter-trend-neu-gestaltet/

Zu Zeiten von Corona ein Lächeln zaubern...

 

Steine bemalen ist seit längerer Zeit der neue Trend und wir möchten was Gutes tun.
Corona, ein Wort, welches sich mittlerweile frustrie-rend anhört. Der lange Lockdown zehrt an uns allen und man hört kaum noch was anderes als die Inzidenzzahlen. Einige schauen darauf, andere wiederum lassen sich nicht hinreißen und blicken positiv nach vorne.
Man sehnt sich bessere Zeiten herbei, der Frühling lockt uns, die Sonne gibt uns Kraft und Energie.
Wir werden für Euch alle in der Fastenzeit ab heute (07.03.2021) bis zu 40 Steine an einem besonderen Ort auslegen. Seid gespannt, wo man solch einen Stein - vielleicht auch ein Mutmacher-Stein - finden kann. Mit den verschiedenen Steinen möchten wir Euch etwas Positives auf den Weg mitgeben …
Wir wünschen uns, dass alle gefundenen Steine auch an diesem Ort verbleiben, vielleicht auch dann an einer bestimmten Stelle an dem Ort ihre Plätze finden. Die Steine dürfen fotografiert werden und auch gern - wäre unsere Idee - als Status- oder Profilbild in WhatsApp oder in Facebook auf der Seite der Johanneskirchengemeinde und auch auf der Homepage www.kirche-alheim.de gepostet werden.
Cedrik und Nicole Siel

Anmerkung der Redaktion: Unter diesem Eintrag werden wir einen Slider einstellen, in den wir alle an uns gesendeten Bilder der Stein-Aktion hochladen. Bitte per Mail an pfarramt.oberellenbach@ekkw.de

 

Tag 20 - 08. März 21

Bild: Gaby Kirchner
Bild: Gaby Kirchner

Fastenzeit – drei Schwestern

Manchmal gibt es ein doch sehr unfreiwilliges Fasten. So mussten zwei Schwestern lange Jahre auf die dritte verzichten. Nun sind wir aber wieder vereint: meine beiden großen Schwestern und ich. Es ist ein wunderbares Gefühl, dass wir wieder Kontakt haben. Aber das nur am Rande.

Ute berichtete ja bereits, dass sie sich vom Fasten anstecken ließ, aber auch Hanni hat sich auf meine Anregung hin mal Gedanken gemacht, was ihr guttun könnte. Wie sie sich entschieden hat, schreibt sie selbst:

🙋‍♀️ Hallo ich bin Hanni und mache beim Fasten mit. Was ich schon lange vorhatte, ist das Intervallfasten. Was mir daran schwerfallen wird, ist abends beim Fernsehen nicht zu naschen. Mir geht es beim Intervallfasten nicht unbedingt darum, dass ich Gewicht verliere, sondern um die Disziplin. Ich tue mich sehr schwer damit, etwas durchzuziehen und bei der Sache zu bleiben. Die Fastenzeit wollte ich schon lange mal mitmachen, habe nur nie den richtigen Anfang gefunden. In diesem Jahr schließe ich mich an. Mittlerweile sind ja schon einige Tage vergangen. Ich muss sagen, man gewöhnt sich an alles. Das heißt nicht, dass es leicht ist. Wenn ich in der Zeit ohne Essen bin, gehe ich am besten nicht an den Kühlschrank. Der Vorteil von der Fastenzeit ist, dass ich automatisch mehr trinke, denn das vernachlässige ich oft. Was sich auch reduziert sind die Süßigkeiten - das ist toll.

Alles Gute 🍀

Ja, so wurde für uns drei aus dem Schwesternfasten ein Nahrungsfasten. Wir werden alle drei durchhalten und Ostern gibt es eine Schwarzwälder Kirschtorte – oder eine Buttercremetorte. – Oder doch lieber nur einen Müslikeks?

Gaby Kirchner und Hanni Weiß

Tag 21 - 09. März 21

Bild: Georg Moritz
Bild: Georg Moritz

Es gibt nichts Neues unter der Sonne …

 

Alles schon mal da gewesen …

 

Das Leben ist wie ein Strickmuster – es wech-selt nur die Farbe …

 

Es ändert sich ja doch nichts …

 

Das war schon immer so … (… gehört sich so … wurde schon immer so gemacht…)

 

Diese alten und wahrscheinlich allen sehr gut bekannten negativen Sätze schossen mir durch den Kopf im Blick auf die Aktion „Sieben Wochen ohne“. Ja, was ändert sich durch eine solche Aktion, wenn eine Person – besser gesagt, ich selbst - in dieser Zeit zum Beispiel auf Süßigkeiten oder Fleisch verzichte oder auf eine andere liebe und vielleicht doch nicht so gute Gewohnheit? Geht danach nicht alles so weiter wie bisher? Ich dachte weiter über den Sinn einer solchen Aktion in unserer Zeit nach und die Frage kam auf, ob wirklich alles immer im gleichen alten Trott nach Ostern weiterlaufen wird oder ob hier ein neuer Anfang liegen könnte.

 

Die Fastenzeit ist ein uralter christlicher Brauch und gerade wir evangelischen Christen hatten sie ja mehr oder weniger zur Seite gelegt. In erster Linie erinnerte im Gottesdienst der nicht geschmückte Altar, die liturgische Farbe lila und der Wegfall des Lobpreises in der Liturgie daran, dass dies eine besondere Zeit sei. Ich halte sehr viel von solchen traditionellen Formen und immer wurde und wird die Frage dann in mir akut: „wie können wir diese Formen mit Inhalt füllen?“. Denen, die diese Zeilen lesen, muss der Sinn hier nicht erklärt werden, aber was können wir – jeder persönlich – tun, damit dies hier anders wird? Fastenzeit als Neustart könnte zum Leitgedanke werden, der nicht auf sieben Wochen begrenzt ist.

 

Können wir die negativen Aussagen der Sätze in etwas Positives umwandeln? Vielleicht kann es im Einzelfall richtig sein, den Blick nicht auf das Fasten im Sinne von Verzichten zu lenken, sondern darüber nachzudenken, was wir verändern können. Wahrscheinlich müssen wir da bei uns selbst anfangen und unser Verhalten hinterfragen. Was ist uns wichtig, was beansprucht uns so, dass wir vielleicht andere wichtige Dinge aus den Augen verlieren? Was können wir langfristig verändern, wo setzen wir Prioritäten? Dies kann natürlich zu jeder Zeit so geschehen, aber ist die Fastenzeit nicht ein guter Anstoß für solche Veränderungen und ist im Grunde genommen nicht genau das ihr eigentlicher Sinn? Prioritäten setzen, das wirklich Wichtige vom weniger Wichtigen zu unterscheiden, das hat nichts mit Verzicht zu tun, entspricht aber dem Sinn des Fastens.

 

Es fällt uns oft leicht, zu sagen mit „dem, der oder denen“ bin ich fertig, interessiert mich alles nicht mehr usw. Was wäre aber, wenn Gott so mit uns handeln würde, wenn er mit uns „fertig wäre“? Dann würde sich eben nichts zum Guten verändern, dann würden wir uns nur um uns selbst drehen und kämen doch nicht zur Ruhe. Genau hinzuhören und nachzufragen, damit wir den anderen wirklich verstehen, das hat uns Jesus doch vorgelebt – versuchen wir doch, seinem Beispiel zu folgen. Gewohnheiten und das eigene Handeln zu hinterfragen, Veränderungen anzustoßen, wenn wir die Fastenzeit dazu nutzen, wird Gott unsere Bemühungen segnen – oft werden wir das nicht gleich erkennen, aber wir dürfen darauf vertrauen und ihm für seine Liebe und Treue danken. Wir müssen nicht resignieren, sondern können im Vertrauen auf Gott Neues wagen.

Elly Moritz

Tag 22 - 10. März

Bild: Wendy Wei pexels.com
Bild: Wendy Wei pexels.com

Wo geht's lang?

Es ist schon spannend zu verfolgen, welche Reformen in unserer Kirche voran getrieben werden. Natürlich geht es viel um Geld, um Gesetze, aber auch um die Frage, wie Menschen in unseren Kirchen angenommen werden.

Gerade liegt nach fast 50 Jahren die neue Taufagende zur Beratung auf dem Tisch.

Dort, wo vor 50 Jahren 38 Seiten reichten, wird die neue Taufagende fast 300 Seiten umfassen.

Warum das so ist? Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Vor 50 Jahren gehörte der Sonntagsgottesdienst, das Kirchenjahr, die Familien und natürlich die sogenannten Kasualien wie Taufe, Konfirmation und Trauung im kirchlichen Kontext selbstverständlich zum Leben dazu. Heute sind wir dankbar für jeden, der sein Kind zur Taufe bringt, der sich konfirmieren lässt und der auch im Alter von 30 oder 40 Jahren noch Mitglied in unserer Kirche ist.

Die Dinge sind im Wandel. Darum lege ich mir selbst die Frage vor: Wo geht es hin: In den Familien, in der Kirchengemeinde, im Kirchenkreis, aber auch im großen Rahmen Landeskirche? Wie gelingt es, die Menschen in unserer Kirche zu halten, ihnen attraktive Angebote zu machen, die sie bewegen, Glaube verbunden mit Kirche als Heimat zu empfinden. Es ist spannend, aber auch aufwühlend. Ich wünschte mir, dass Fastenzeit noch viel mehr auch Anregungszeit ist. In dieser Seite verstecken sich schon ganz viele Anregungen. Vielleicht bringen sie uns auch perspektivisch miteinander ins Gespräch. Das wäre wunderbar.

Darum seien Sie eingeladen, sich auch mit diesen Gedanken zu beschäftigen. Und seien Sie sicher, bei uns Pfarrerinnen und Pfarrer finden Sie für Fragen, Anregungen und Angebote immer offene Ohren.

Dirk Kroker

Tag 23 - 11. März 21

Zweifelhafte Jubiläen

Heute um 14:43 Uhr sind es genau zehn Jahre her, dass mit einem unterseeischen Erdbeben die Katas-trophe von Fukuschima den Anfang nahm.  

Haben wir Menschen was daraus gelernt? Wer macht Klimafasten mit, eine Aktion unserer Landeskirche?

Ach, haben wir denn immer noch nichts gelernt? Haben wir denn immer noch nicht begriffen, dass der Missbrauch dieser Erde nur eine Konsequenz haben kann, das Ende der Menschheit?

Wir vergeuden Energie, wir lassen das Licht brennen, den Fernseher den ganz Tag laufen. Dafür gehen wir so wenig wie möglich zu Fuß. Das gilt zumindest für wirklich viele Menschen. Und so weh es mir tut, auch ich verschwende immer noch viel zu oft Energie. Wenigstens habe ich mir abgewöhnt, meinem Hund zunächst eine Spazierfahrt zu gönnen, bevor wir ein Stück laufen.

Aber auch ich muss mich jeden Tag fragen, ob es nötig war, dieses oder jene Stück mit dem Auto zu fahren, das elektrische Gerät laufen zu lassen, obwohl es doch nicht nötig wäre, es wärmer zu machen als ich es eigentlich brauche.

Luxusprobleme sind das. Ein Luxus, der uns und der gesamten Schöpfung vielleicht irgendwann den Garaus macht. Wollen wir das?

10 Jahre Fukuschima, 35 Jahre Tschernobyl, viele Jahrzehnte Klimawandel, Waldsterben usw. Ich hoffe sehr, dass wir lernen, etwas zu ändern.

Dirk Kroker

Tag 24 - 12. März 21

Was würde Jesus dazu sagen?

Über diese Frage habe ich in den letzten Tagen nachgedacht und berichte im heutigen Beitrag davon.

Der Fastenkalender läuft nun schon einige Wochen mit wunderbaren Beiträgen.

Es wurde davon berichtet wie Menschen Gewohnheiten verändern bzw. es wurden Anregungen gegeben, dies zu versuchen.

Einige haben von tollen Aktionen berichtet, um andere zu erfreuen.

Und darum geht es mir heute. Das sind doch Zeichen dafür, dass einem andere Menschen am Herzen liegen und deshalb positiv zu bewerten. So dachte ich. Doch dann ging mir etwas Anderes durch den Kopf: Ist das auch im Sinne Jesu, diese Dinge nach außen zu tragen, indem wir von uns selbst berichten, was wir doch alles für tolle Sachen machen? Bestimmt machen viele Menschen genau solche Dinge ohne davon zu reden.... und hat Jesus nicht gesagt: Wenn ihr betet, dann tut das nicht vor den Leuten sondern geht in euer Kämmerlein? Das Gleiche würde ja dann wohl auch für das Fasten gelten. 🤔

Eine Frage, die vielleicht zum Nachdenken anregt.

Ich persönlich kam letztendlich zu dem Schluss, dass das Berichten von solchen eigenen Aktionen anderen Anregung sein könnte, in dieser Richtung auch aktiv zu werden und deshalb nicht abzulehnen sind. Oder?

Bild: Dirk Kroker, entstanden auf dem vierten Pilgerwochenende, Idee, Bildauswahl und Text: Irmgard Martin

 

Tag 25 - 13. März 21

Die Post ist da!

Hallo an alle Gäste auf dieser Seite.

Hier ein kurzer Fastenimpuls von mir:

Ich schreibe jeder Tag eine Postkarte an einen lieben Menschen. Über 20 Karten habe ich nun schon verschickt - alle mit einer schönen Briefmarke. Und alle Empfänger haben mit einem lieben "Dankeschön" geantwortet - was will man "Mehr"!

Mit einem herzlichen Gruß

Mirjam Bezela

Idee, Bilder und Text: Mirjam Bezela

Tag 26 - 14. März

 Foto von Artem Beliaikin von Pexels
Foto von Artem Beliaikin von Pexels

Freuet Euch - Lätare

Es ist nur ein kurzer Moment, wenn die Schaukel den höchsten Punkt erreicht und mir der Blick über diesen wunderbaren Abgrund erlaubt.

So ist dieser Sonntag ein kurzer Moment in diesen 40 Tagen, wo wir einmal über Karfreitag hinweg auf den Ostermorgen schauen können. Leid, Tod, Fasten, Gedenken, alles mag für ein paar Minuten oder Stunden vergessen sein, denn an diesem Tag steht die Freude im Mittelpunkt.

Wenn ich mich in die Frau auf der Schaukel versetze, dann frage ich mich manchmal, ob sich dieser ganze Aufwand lohnt? Tut es gut, zu verzichten, zu schreiben, zu telefonieren, Steine zu verteilen oder so vieles andere mehr? Oder ist das alles nur vergebliche Liebesmüh? Dann werfe ich einen Blick in diese Kluft, in diese unbändige Schönheit der göttlichen Schöpfung und mir wird klar: Ja, jede Anstrengung, die dazu führt, dass es uns im Miteinander besser geht, lohnt sich. Jeder Einsatz für meinen Nächsten ist ein Einsatz, der meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe wachsen lässt.

Darum genießen Sie auch den Rest der Fastenzeit, der noch vor Ihnen liegt und lassen Sie sich inspirieren von all den vielen Ideen, die wir hier schon gelesen haben und die noch kommen werden. Und weil wir den Weg bis zum Ende zusammen gehen wollen, wird es hier Einträge geben bis zum Ostermontag.

Dirk Kroker

Tag 27 - 15. März 21

Bild: Gudrun Sinning
Bild: Gudrun Sinning

Gedanken zum freiwilligen Fasten

Fasten,

ein freiwilliger Verzicht auf Nahrung,

nicht um abzuspecken,

deshalb nicht zu verwechseln

mit einer neuen Diät.

Trotzdem kann es gut tun,

überflüssige Pfunde loszuwerden.

Fasten,

eine innere Haltung,

in der ich Bedürfnisse zurückschraube,

mich unabhängig mache,

neue Prioritäten setze

und seelischer Verfettung vorbeuge.

Fasten

kann mich öffnen

und so meinen Blick schärfen

für die Not und die Bedürfnisse anderer.

Indem ich mich selbst zurückstelle,

kann ich mich leib-haftig

mit denen solidarisieren,

die unfreiwillig hungern.

Fasten

wird dadurch zur Einübung

in eine neue Sensibilität für Gerechtigkeit

und zieht als Konsequenz

solidarisches Handeln nach sich.

© Gisela Baltes (www.impulstexte.de)

Bild, Idee und Recherche: Gudrun Sinning

Tag 28 - 16. März 21

Kann mir jemand in dieser Fastengruppe einen positiven Blick auf Maulwurfhügel verschaffen?

Ja, sicherlich ein seltsamer Anfang für einen Bericht. ;-)

Ich finde, es sind mittlerweile schon viele bereichernde und inspirierende Berichte hier, aber mir schwirrt da seit ein paar Tagen noch ein Thema im Kopf rum: Dankbarkeit!

Mein Mann hatte letztens ein Seminar und bekam als erstes die Frage gestellt, für was er heute früh DANKBAR wäre. Drei Dinge sollte er nennen. Ich fand die Idee toll, denn vieles nehmen wir einfach so selbstverständlich hin. Wir merken uns leichter die negativen Dinge, z.B. „den Zeh am Bett angehauen“, „der Zug hat Verspätung“ oder „schon wieder ein neuer Maulwurfhügel in meinem frisch eingesäten Garten“. Aber trotzdem sollten wir uns gerade in der Fastenzeit, die wir Christen ja wegen Jesu Leidensweg begehen, ab und zu fragen: Was war denn heute schön? Was habe ich geschaffen? Was macht mich DANKBAR?

Wenn ich darüber nachdenke, sind das für mich tatsächlich alltägliche Dinge: „Ich kann morgens aufstehen, ich bin gesund!“ „Ich habe genug zu essen, muss nicht hungern!“ „Die Vögel zwitschern und die Natur beginnt zu blühen!“ und manchmal bin ich auch dankbar für schlechte Tage, weil sie mir verdeutlichen, dass ich dazwischen viele gute Tage hatte. Nur für die Maulwurfhügel in meinem frisch eingesäten Rasen kann ich noch keine Dankbarkeit empfinden!! Also gerne positive Gedanken dazu an mich senden und vielleicht selbst jeden Abend mal kurz drüber nachdenken, was an dem Tag schön war, statt Zeit und Frust in das zu investieren, was nicht gut lief!

Liebe Grüße Nicole

Bild und Text: Nicole Brand

Tag 29 - 17. März 21

Blumenwiesen sind nie zu schön oder zu voll. Sie bringen uns zur Ruhe und zum Staunen. Zum Glück gibt es diese Ausnahmen, einfach zu schön!
Blumenwiesen sind nie zu schön oder zu voll. Sie bringen uns zur Ruhe und zum Staunen. Zum Glück gibt es diese Ausnahmen, einfach zu schön!

Fastenzeit

 

Ein netter Mensch hat zu mir gesagt: „Überall, wo das Wörtchen „zu“ davor steht, ist irgendetwas nicht in Ordnung.“ Wir finden viele Begriffe mit dem Wörtchen „zu“: zu voll, zu oft, zu viel, zu laut, zu groß, zu schwer. Auch „zu leicht“ kann negativ sein, die Liste ist unendlich.

In der Fastenzeit überlegen wir, welche Veränderungen in unserem Leben Sinn machen können. Entscheidungen treffen Menschen aus unterschiedlichen Motiven, je nachdem, was für sie besonders erstrebenswert oder wichtig sein kann. Mit den besten Vorsätzen wird begonnen, ganz ernsthaft, sogar mit Freude.

Die Hürden lassen im Alltag nicht lange auf sich warten. Durchhalten ist gar nicht so einfach. Manchmal kann es geschickter sein, sich kleinere Ziele zu stecken. Durchhalten ist echt schwer. Erfahrene, begeisterte Menschen sagen: „Es tut gut!“

Für mich bleibt Fasten ein Kampf mit mir selbst. Trotzdem gebe ich gerne Wünsche an Mutige und Disziplinierte weiter: „Ich bewundere euch, haltet durch, bleibt gesund, habt Freude, Spaß und findet das, was ihr sucht. Es ist fast geschafft!“

Edith Weichgrebe

Idee, Bild und Text: Edith Weichgrebe

 

Tag 30 - 18. März 21

Idee und Umsetzung: Nele Weber und Eva Becker

Tag 31 - 19. März 21

Bild: pascoe.at
Bild: pascoe.at

Meine Gedanken zur Fastenzeit 

Um ehrlich zu sein, habe ich mich noch nicht wirklich mit dem Thema "Fasten" beschäftigt. Vielleicht nur mal so ab und an, wenn sich die Erwachsenen darüber unterhalten haben. Also wird es jetzt mal allerhöchste Zeit, meine Gedanken darüber aufzuschreiben.

Ich finde, das wir in der heutigen Zeit einen enormen Konsum von ganz verschiedenen Dingen haben. Es fängt beim Essen an, wo es uns an nichts fehlt, geht hin bis zur Freizeitgestaltung oder Mobilität. Viele von uns leben wie im Schlaraffenland und es fällt einem selbst noch nicht einmal auf.

Für gerade mal sieben Wochen im Jahr auf gewisse Dinge zu verzichten finde ich sehr gut. Man merkt in den sieben Wochen sehr schnell, dass man sich auf den Verzicht gut einstellen kann und schätzt danach diese Sachen viel mehr, dass man sie hat oder immer wieder darauf zurückgreifen kann.

Denn man muss auch mal an die armen Menschen auf der Welt denken, die nicht so viele Sachen haben und mit den einfachsten Dingen im Leben leben, dennoch teils genauso glücklich oder aber manchmal auch glücklicher und dankbarer sind für das, was sie haben, als wir.

Noah Bittner

Idee, Bildrecherche und Text: Noah Bittner

Tag 32 - 20. März 21

Fasten

Fasten bedeutete früher

konsequenten Verzicht

auf Nahrung.

 

Im heutigen Überfluss

gibt es immer mehr Möglichkeiten,

sinnvoll zu fasten.

 

Verzichten kann man

auf Süßigkeiten, Alkohol, Nikotin,

aufs Fernsehen, aufs Auto.

 

Umweltbewusste fasten

durch den verantwortlichen Umgang mit

Wasser, Müll, Energie.

 

So viele Möglichkeiten,

mich im Fasten zu üben.

Fast zu viele.

 

Alle sind sinnvoll.

Worauf verzichte ich?

Was soll ich tun?

 

Mich von der Aufzählung lösen,

auswählen und dann wirklich anfangen,

etwas konsequent durchzuhalten.

 

© Gisela Baltes (www.impulstexte.de)

Idee, Bild, Recherche und Textauswahl: Gudrun Sinning

 

Tag 33 - 21. März 21

 Foto von Sora Shimazaki von Pexels
Foto von Sora Shimazaki von Pexels

Judika

Schaffe mir recht!

Dreiviertel der Fastenzeit liegen hinter uns. Da begegnet mir dieser Sonntag. Und ich frage mich, ob ich in diesen 33 Tagen wirklich allen Menschen gerecht geworden bin.

Leider muss ich feststellen, dass dem nicht so ist. Ich war so mit mir, mit der Homepage, mit Facebook, WhatsApp und vielem anderen mehr beschäftigt, dass mir oftmals die Menschen aus dem Blick entschwunden sind.

Wie geht es Ihnen? Ist Ihnen sowas oder ähnliches auch passiert? Oder ist es Ihnen gelungen und Sie sind ganz im Sinne der diesjährigen Aktion "Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden!" allen gerecht geworden. Dann wäre ich ein bisschen neidisch.

Doch dann falle ich schon wieder über die eigenen Füsse meiner Selbstgerechtigkeit. Wer bin ich, Mensch, dass ich von Gott fordere, dass er mir Recht schafft, wo ich es doch noch nicht einmal hinbekomme, anderen Recht zu geben.

Judika - Schaffe mir Recht und ich will mich bemühen, noch bevor du etwas tust, Gott, anderen Recht zu schaffen.

Dirk Kroker

Tag 34 - 22. März 21

Idee, Bild und Textrecherche: Gudrun Sinning
Idee, Bild und Textrecherche: Gudrun Sinning

Versuchung

 

 in der wüste
meiner einsamkeit
meiner leere
meiner sehnsucht
versuch ich aus steinen brot zu machen
aus gleichgültigkeit liebe
aus abneigung zuwendung
aus mißtrauen verständnis
um meinen hunger zu stillen

 

in der wüste meines lebens versuche ich
meinen hunger zu stillen
meine not zu lindern
mein glück zu erzwingen
versuch ich aus steinen brot zu machen

 

aus steinen
brot
für mich

 

© Gisela Baltes (www.impulstexte.de)

 

Tag 35 - 23. März 21

Idee, Bild und Umsetzung: Pia Krück
Idee, Bild und Umsetzung: Pia Krück

Tag 36 - 24. März 21

Bild: Julien Schlein selbstgestaltetes Cover seiner Konfirmandenbibel
Bild: Julien Schlein selbstgestaltetes Cover seiner Konfirmandenbibel

Eigentlich verzichtet man in der Fastenzeit auf bestimmte Lebensmittel, aber in dieser besonderen Zeit muss man auch auf die Nähe der Mitmenschen verzichten. Das ist eine neue Herausforderung für uns alle, doch zusammen werden wir es schaffen, wie viele andere Dinge auch.

 

„Fasten heißt: lernen, genügsam zu sein; sich weigern, in Materie zu ersticken; sich von allem Überflüssigem lächelnd verabschieden.“

 

Wir fanden das Zitat sehr passend, weil es viel über die Fastenzeit aussagt.

 

Wir glauben, dass Gott auch will, dass wir uns zusammen an die Corona-Regeln halten, damit der normale Alltag wieder losgehen kann. Dadurch könnten wir Familie und Freunde wieder sehen und unseren Interessen nachgehen.

 

Außerdem könnten wir wieder jeden Sonntag ohne Abstand und Maske Gottesdienst feiern.

 

Wir hoffen, dass Sie da draußen gesund bleiben!

Idee, Bild und Text: Julien und Felix Schlein

 

Tag 37 - 25. März 21

Dürre

Er steht vor meinem Pfarrhaus in einem Steinkübel, der Lavendel. Die extreme Kälte in diesem Winter hat ihm schwer zu schaffen gemacht. Ob er nochmal wieder kommt?

Die Menschen gehen immer wieder an meinem Pfarrhaus vorbei, meist nur Paare oder Einzelpersonen. Die Horden von Kindern, die hier vorbeiziehen fehlen. Ob sie wohl nochmal wiederkommen?

Noch drei Tage, dann beginnt die Karwoche. Als Jesus gefangen genommen wurde, fragte sich sicherlich mancher Jünger: Ob er wohl nochmal wiederkommt?

40 Tage Fastenzeit vielleicht ohne Schokolade: Ob ich wohl nochmal sowas köstliches essen werde?

Fragen, die uns vielleicht bewegen, vielleicht auch nicht.

Hoffnung, die uns vielleicht leitet.

Glaube, der uns vielleicht trägt.

Liebe, mit der wir uns vielleicht gegenseitig stützen.

Wenn wir es wollen.

Sieben Wochen ohne Blockaden -