Ansprache von Reinhard Kerst anlässlich des Dankgottesdienstes für Ehrenamtliche am 03.05.2015


Die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements kann man in unserer Gesellschaft und Kirche nicht hoch genug einschätzen. Deswegen ist es gut, dies einmal in den Mittelpunkt eines Gottesdienstes zu stellen.

 

Stellen wir uns nur einen Augenblick vor, was wäre, wenn der Pfarrer die kirchliche Arbeit allein tragen müsste:

 

Es gäbe in unserer Gemeinde

  • Keine ehrenamtlich geleitete Kinder- und Jugendarbeit

  • Keinen Kastenmeister- und Küsterdienst (diese Arbeit ist viel umfänglicher als viele wahrnehmen = Glocken, Heizung, Reinigung, Altarschmuck, Kollekte, Lieder)

  • Weder Förderkreis noch Förderverein (Durchführung zahlreicher Veranstaltungen)

  • Keine Arbeitsgruppen, die Gottesdienste, Andachten und Gemeindebrief vorbereiten

  • Niemanden, der die neue Homepage pflegen würde

  • Keine aktive Leitung im Frauenkreis (2013 neu belebt – verbindendes Element)

  • Keinen Kirchenchor (große Bereicherung in vielen Gottesdiensten)

  • Keine Mitarbeit bei diakonischen Aufgaben, z. B. der Bebraer Tafel

  • Aber auch keinen Kirchenvorstand und keine Ortskirchenausschüsse, die sich um viele Aufgaben im kirchenleitenden Bereich, aber auch bei den Gottesdiensten, in der Unterhaltung von Gebäuden und Liegenschaften, bei Aufstellung und Umsetzung von Haushaltsplänen kümmern

 

Es gibt hier sicherlich keine zwei Meinungen:

 

Eine Kirchengemeinde benötigt neben der Arbeit eines Pfarrers unbedingt den breiten Einsatz von vielen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen, die eines verbindet: Der christliche Glaube in Berufung auf Jesus Christus.

 

Die Prälatin unser Landeskirche, Maria Natt, hat vor der Landessynode vor 10 Tagen ausgeführt, dass in unserer Landeskirche fast 42.000 ehrenamtliche tätige Menschen mitarbeiten (4,8 % = MG 870.000). Demgegenüber gibt es ca. 960 aktive Pfarrerinnen und Pfarrer.

 

Zum heutigen Gottesdienst sind 82 Personen eingeladen. Dies sind fast 105 % unserer 870 Gemeindemitglieder.

Dies ist eine stolze Zahl, die zeigt, dass unsere Gemeinde „lebt“, dass Ehrenamtliche und Pfarrer gemeinsam das kirchliche Leben gestalten.

 

Prälatin Natt hat die Arbeit der Ehrenamtlichen wie folgt gewürdigt:

„Mit großem Engagement bauen, gestalten und bereichern Sie unsere Kirche, in dem Sie all ihr Wissen, viel Freizeit und vor allem Engagement und Herzblut einbringen. Ihnen allen sei an dieser Stelle von Herzen gedankt.“

 

Dem kann ich mich im Namen des Kirchenvorstandes nur anschließen und hinzufügen, dass bei allen zukünftigen Strukturveränderungen die ehrenamtliche Arbeit nicht weniger wird, sondern dass es eher noch zu einem Ausbau der ehrenamtlichen Tätigkeiten kommen wird. Dem sollten wir aber mit Zuversicht entgegensehen.